
Nachdem Gaby wieder Freitag den 4.7. Urlaub hatte sind wir zu unserer nächsten Übernachtungsfahrt gestartet in das Müggelseegebiet. Dazu mussten wir zunächst 32 km über Spree und Landwehrkanal (siehe Extraseite) bis zu unserem Übernachtungsstandort an der Oberspree beim T.I.B (Turngemeinde in Berlin, Abteilung Kanu) paddeln. Eigentlich wollten wir bei der Kanustation Köpenicker Kanusportclub übernachten, hier hatten sich aber zwei Jugendgruppen angesagt. Beim T.I.B war es denn auch wesentlich ruhiger, wenn auch wir ein in der Wuhlheide stattfindenes Rockkonzert mit Herbert Grönemeyer gut mithören konnten. Um 22.30 Uhr war aber Ruhe. Leider spielte auf dieser Tour das Wetter nicht so mit, nur bewölkt und Wind 4-5 in Böen stärker, aber immerhin wissen wir jetzt warum wir Seekajaks gekauft haben.
Samstag ging es dann los zur Großen Umfahrt mit 37 km.
Wir paddeln also weiter die Oberspree entlang und sehen schon bald die Wahrzeichen der Altstadt von Köpenick die St. Laurentius-Stadtkirche (Die Kirche wurde 1838 - 41 nach einem Entwurf von Butzke im Rundbogenstil der Schinkel-Schule erbaut und wurde 1841 in Anwesenheit von Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen, eingeweiht.), das Köpenicker Rathaus (Der Hauptbau des Köpenicker Rathauses wurde in den Jahren von 1901 bis 1904 nach Plänen von Hugo Kinzer und Hans Schütte, wie um die Jahrhundertwende häufig, in märkischer Backsteingotik mit fünfteiligem Ziergiebel und 54 Meter hohem Turm erbaut. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist das Rathaus nicht nur durch seine prächtige Architektur, sondern durch den Gaunerstreich des falschen Hauptmannes, des Schusters Wilhelm Voigt, der im Jahre 1906 in einer Trödleruniform Soldaten zu seinen Diensten befahl, den Bürgermeister verhaften ließ und mit der Stadtkasse verschwand.)
Der Ortsteil Grünau (6 km) ist wasserseitig von der traditionsreichen Regattastrecke geprägt. Bereits zur Olympiade 1936 wetteiferten hier die Ruderer um Medaillen, In der Nähe befindet sich das Strandbad, Wassersportmuseum und eine Schiffsgastätte. Hier paddeln wir den langen See lang und machen an einer kleinen Badestelle ein kleine Pause.
Weiter geht es die Dahme entlang, nach 12 km geht es links in die große Krampe, die wir allerdings nicht befahren haben. Auch hier liegt am Ende aber eine Kanustation. An Schmöckwitz vorbei geht es in den Seddinsee, der auch gerade von einem Drachenboot durchfahren wurde. Wir legen am Seddinwall an, einer Insel die speziell für DKV Mitglieder offensteht, Gäste werden aber auch aufgenommen. Alles sehr idyllisch, aber auch sehr "basic" mit Plumpsklo und ohne Duschen. Stellt euer Zelt auf der Windseite auf, auf der anderen gibt es wohl so einige Bremsen. Freddy hat uns einiges gezeigt.
Nach der Mittagspause ging es dann weiter den Seddinsee entlang in den Gosener Graben. Mit kleinen Booten ohne Motor kann die romantische Durchfahrt durch den urwüchsigen Gosener Graben befahren werden. Die naturbelassene Landschaft mit wald- und schilfgesäumten Ufern am Seddinsee ist der Lebensraum seltener Vögel und Pflanzen. Nach 20 km erreichen wir dann den Dämeritzsee. Wir paddeln weiter in die Müggelspree hinein, genannt hier Neu Venedig ein wunderschönes Kanalsystem mit gepflegten Wassergrundstücken, vielleicht der idyllischste Teil Berlins. Rahnsdorf ist ein 600 Jahre altes Fischerdorf, anlegen lohnt direkt am alten Dorfkern. Wer Hunger hat sollte beim Müggelseefischer halt machen und sich mit frischem Fisch eindecken.
Nach 24 km erreichen wir dann den kleinen Müggelsee und dann ging es in den großen Müggelsee. Der Müggelsee ist mit 740 ha Berlins größter See. Er ist Anziehungspunkt für Wasserfreunde zum Baden, Segeln und Surfen. Motorbootfahrer müssen auf dem Großen Müggelsee die gekennzeichnete Fahrrinne einhalten. Interessant ist auch das Museum im alten Wasserwerk. Am Großen und Kleinen Müggelsee erwarten Hotels und Gaststätten ihre Gäste. Strandbäder und Badestellen laden zum Sonnen und Baden ein.
Nicht jedoch an diesem Tag. Bei Westwind der Stärke 4-5 trauten sich offensichtlich nur die Ausflugsdampfer und einige mutige Windsurfer auf den See. Kein Segler und kein Motorboot war zu sehen. Auch für uns war es ganz schön hart uns durch die Wellenberge von 50 cm bis 1 m durchzukämpfen gegen diesen Wind. Wir sind immer schön am schilfbewachsenen Ufer lang, steil gegen die Wellen, so dass die Gicht nur so über uns hinwegspritzte. Im Schutz des Westufers wurde es dann ruhiger und wir erreichten etwas groggy aber wohlbehalten den Ausgang des Müggelsees.
An der Mündung liegt Berlins älteste Brauerei. Im Museum im historischen Sudhaus werden Führungen mit Verkostung angeboten. Weiter geht es durch die Müggelspree, ein kleiner Abstecher ist noch in der alten Spree möglich, bevor es zum T.I.B zurückging. Eine heisse Dusche und ein deftiges Abendessen stärkte uns dann für die Rückfahrt am nächsten Tag.
Bis auf das Wetter auch wieder ein schöner Ausflug, aber wie schrieben wir auf einer anderen Seite, bei schönen Wetter paddeln kann ja fast jeder.