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Wetter in Berlin

Klar 23 oC
Luftfeuchtigkeit: 38 %
Wind: O mit 14 km/h

Elbebericht

Nachdem wir nun den Havelteil von Berlin auf dem Weg nach Hamburg geschafft hatten ging es nun kurz hinter der Hauptschleuse Havelberg auf die Elbe, die wir so um km 422 erreichten. Unsere erste Flussfahrt mit Strömung stand nun an, wenn man mal von unserer Rheinsberger Rhin Fahrt absieht.

Wir dachten nun es geht zügig voran, 8 km/h Strömung und 7 km/h Paddelgeschwindigkeit aber nix da. Wir hatten uns die Zeit ausgesucht wo für die deutsche Bucht Wind 7 in Böen bis 9 angesagt war und einiges davon kam durch. Also meistens immer schön Gegenwind und den auch natürlich gegen die Strömung, so daß auch auch noch bis 0,5 m Wellen abbremsten. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ging teilweise runter auf 5 km/h, teilweise war im Strom gar kein Vorankommen möglich und wir sind die Buhnen ausgefahren.

Insgesamt aber alles nicht so tragisch, bis Hamburg hatten wir nur einen Tag Verzug unter Berücksichtigung, dass wir eine Übernachtung in Lauenburg weggelassen haben. Wir hätten auch statt fünf Stunden am Tag 10 Stunden paddeln können, dann wäre aber keine ausreichende Zeit mehr für die Besichtigung der Umgebung geblieben.

Unser erstes Ziel Wittenberge fanden wir nicht berauschend, der Kanuclub weit ausserhalb und auch vergleichweise teuer, aber klasse Brötchenservice für uns und freundliche Leute. Von der Elbe in den Hafen eingebogen ging es unter der Eisenbahnbrücke durch und wir paddelten statt rechts in die Karthane links in die Stepenitz, ein kleiner Umweg ganz nettes Flüßchen. Schliesslich fanden wir den Zeltplatz vom Verein und stellten unser Zelt auf und machten uns auf in die Stadt zur Besichtigung und Einkauf, aber wie gesagt weit,weit weg. Wer wenig Zeit hat sollte besser an der Rampe im Hafen aussteigen und von dort einkaufen gehen. Im Restaurant am Hafen gibt's billigen Matjes mit Bratkartoffeln.

Bei Rückkehr war dann auch der Jugendwart vom LKV Bremen angekommen, den wir mit Sohn bereits beim Havelberger Ruderclub kennengelernt hatten. Stolze Leistung von dem Jungen diese Strecke bei diesen Bedingungen bewältigt zu haben. In den folgenden Tagen haben wir sie dann aber nicht mehr gesehen, es wurde noch härter.

Wir also wieder los, nächster Stop Hafen Cumlosen, oben auf dem Deich ein Unterschlupf mit Windschutz, der Wind kommt hier wohl meist aus der gleichen Richtung. Einige Störche haben wir in der Gegend gesichtet und endlich auch mal einen Schubverband, aber kein Problem. In den Nachrichten sprachen sie von einem der gestrandet ist und vom Technischen Hilfswerk freigezogen wurde. Motorboote fahren die Kurven immer aus, im Innenbereich meist auch stark versandet und schwer zu paddeln.

Endstation für diesen Tag war für uns der Hafen Lenzen mit einem kleinen Restaurant und kleiner Karte am Ende. 2,00 Euro werden hier für Toilette und Dusche berechnet, aber 25 Euro Pfand, die erst am nächsten Morgen gegen 11.00 Uhr zurückgegeben werden. Plötzlich tauchte noch eine Gruppe Kajaker auf, die aus Cumlosen kamen, kurzer Schnack bevor alle vor dem nächsten Schauer in die Autos flüchteten. Einer hat noch kurz Gaby's Barracuda auf dem Wasser ausprobiert, vielleicht kauft er sich einen. Kurz noch im Restaurant was gegessen und ab ins Zelt es regnete mal wieder und trotz aufgespannter Zusatzplane und viel Wind trocknete nichts von unseren Sachen, aber wir hatten ja genug Wechselsachen dabei.

Am folgenden Tag regnete es dann den ganzen Tag und Wind ohne Ende, so dass wir von Buhne zu Buhne schlichen. So waren wir froh endlich in den Hafen von Dömitz einzufahren, ab durch die Schleuse und durch die zugeschilfte Löcknitz zum Kanuclub Dömitz mit Vordach, der direkt an der Schleuse liegt. Wieder lohnenswertes Städtchen, Aldi, Bäcker und was man so braucht sehr gut gelegen, schöne Altstadt, Festung, hat uns gefallen. Aber auch wieder etwas touristischer, liegt doch hier auch der Elde-Müritzkanal. Wir haben uns kurz beim Kanuclub Chef angemeldet, gibt zwar hier nur ein Plumpsklo, aber das reicht ja auch. Geht ja auch sonst "back to the nature".

In der Nacht stürmte es weiter und eines unser Alugestänge brach an der Verbindung, notdürftig geflickt ging es weiter. Über Hitzacker mit Besichtigung der Altstadt erreichten wir dann nach einer weiteren wilden Zwischenübernachtung das schöne Städtchen Lauenburg. Besichtigt haben wir die Unterstadt (historischen Lauenburg) und die Oberstadt mit den Einkaufsläden. Bergsteigen mal eine Abwechselung zum Paddeln. Abends sind wir dann noch ins Restaurant zum Rufer eingekehrt, und nachdem wir in den letzten Tagen zuwenig Elbblick hatten nahmen wir natürlich einen Tisch mit Elbblick.

Untergekommen sind wir bei der Lauenburger Rudergesellschaft, in der auch eine Kanuabteilung integriert ist, ebenfalls mit angeschlossenem Restaurant. Nette Aufnahme dort, wir haben zwischen den Trailern gecampt, die Boote durften wir im Bootshaus unterstellen. Ganz gut so, denn es führte direkt ein öffentlicher Weg vorbei. Die Kaiser Wilhelm ein Dampfschiff verkehrt hier, haben wir noch des öfteren gesehen auf unserem weiteren Weg.

Der nächste Tag war nur kurz 12 km bis zum Kanuclub Geesthacht, eines der besten Bootshäuser was wir bisher gesehen haben, alles was das Paddlerherz so begehrt, leider auch wieder sehr weit ausserhalb, vielleicht könnt ihr euch die Vereinsfahrräder ausleihen, laufen geht aber auch wenn man einen Faulenzertag wie wir hier einlegt. Am nächsten Tag kamen Hannelore und Volker von Kanuclub Buxtehude noch an, wir plauschten nett, tauschten einige Infos aus und bekamen wertvolle Tips zu Hamburg. Auch die Vereinsmitglieder, die wir getroffen haben alle sehr nett.

Einzig störend die laute Straße im Hintergrund besonders zu Berufsverkehrszeiten, aber wer viel gepaddelt ist schläft besser. Nächsten Tag sind wir dann mit Hannelore und Volker los, folgten dem Tip von Torky und riefen vorher den Scheusenwärter an, weil Kajaks wohl gern übersehen werden. Riesige Schleuse aber nicht allzuviel Hub und wichtig dahinter wird die Elbe zum Tidengewässer, anfänglich haben wir das noch nicht bemerkt aber es strömte dann doch ganz gut und die Sandstrände wurden größer.Da wir hörten, dass der Zollkanal trockenfallen soll haben wir besser eine Zwischenübernachtung eingelegt bei den Overfreunden, die ihr eigentliches Gelände in Hamburg am Isebekkanal haben. Alle Wochenendhäuser hier auf hohen Sockeln gebaut, das hier ist Vordeichgebiet und wird gelegentlich übeflutet, unser Zelt blieb diese Nacht aber trocken. Die Wiese vom Harburger Kanuclub soll laut Auskunft einer gerade anwesenden Camperfamilie nicht mehr zur Verfügung stehen.

Nachdem wir uns am Vortag in Geesthacht noch mit Grillfleich eingedeckt hatten, starteten wir bei den Overfreunden eine Grillsause, unseren Minigrill und 3 kg Grillkohle haben wir ja immer dabei, so lässt es sich aushalten.

Gut geschlafen ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück auf unser letztes Stück nach Hamburg, 2 km bis zur Bunthäuser Spitze, wo sich die Elbe in Süderelbe und Norderelbe teilt. Wir sind die Norderelbe lang wollten wir doch über den Zollkanal und die Schaartorschleuse in die Binnenalster. Alles ging glatt wir hatten immer genug Wasser unter dem Kiel, sind ja auch bei Hochwasser gestartet. So ging es bei km 618,8 hinter den Zollbaracken in den Zollkanal, wo wir auch bald die Silhouette von Hamburg sahen. Am Barkassenhafen vorbei rechts zur Schaartorschleuse und weiter ging es nach Hamburg.

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