
Nachdem wir nun die Havel bei schönem Wetter genossen hatten, die Elbe etwas anstrengender war, standen wir nun also nach der Passierung des Barkassenhafens vor der Schaartorschleuse, die uns in die Innenstadt Hamburgs entlassen sollte.
Es dauerte nicht lange und die massiven Tore, die wohl vor den Sturmfluten schützen sollen, gingen für uns auf. Wir liefen ein, hinter uns so ein Bauboot, dass uns bis nach vorn drängte. Etwas erstaunt waren wir als der Schleusenmeister uns um 3,10 Euro bat, unsere erste Schleuse mit Gebühr, schöner Empfang. In der Schleuse dann ordentlich Strömung, oder war es erst die kurz dahinterliegende Rathausschleuse ? Egal auf jeden Fall gut festhalten, vielleicht hat der Schleusenmeister sich auch einen Jux gemacht und die Schotten zu schnell geöffnet.
Nach einem kurzen Kanalstück waren wir dann auf der Binnenalster wieder von neugierigen Blicken begleitet. Hier tobte das Leben, das Wetter war noch schön, so waren Brücken, Rathaustreppen und Restaurants voller Menschen. Wir genossen den ersten Ausblick, waren wir doch so vor 20 Jahren das letzte Mal in Hamburg. Aber nicht lange zögern, wollten wir doch zunächst zum Alster-Canoe-Club bei dem wir für sechs Nächte reserviert hatten. Also paddelten wir weiter, tendenziell immer links haltend vorbei am Isebekkanal und schwenkten bei der Holzbrücke auf der linken Seite ein. Nach einem schon zuvor angenehmen Mailkontakt mit Karsten wurden wir nun auch von ihm persönlich nett empfangen.
Ziemlich große Zeltwiese, war aber reserviert für die ICF Elbefahrer, die so mit 100 Paddlern immer auf unseren Fersen war. Das ist überhaupt nichts für uns mit solch einer Meute durch die Lande paddeln, nein danke. Na ja sie kamen dann zwei Tage später an. Alles lief sehr diszipliniert ab, jeder half jeden, und es gab keine Reibereien. Die meisten waren dann auch schnell wieder weg.
Wir jedoch nicht, wollten wir ja noch Hamburg erkunden. Also sind wir den nächsten Tag zu Fuß um Aussen- und Binnenalster gelaufen, vom Verein aus über das Tor am Bootsanleger und die Fußgängerbrücke dahinter ein ordentliches Stück ( sechs Stunden Fußmarsch ). Erstaunlich viele Jogger und Radfahrer hier unterwegs, scheint in Hamburg keine anderen Strecken zu geben, die man im Grünen laufen kann. Noch etwas die Innenstadt besichtigt es gibt ne Menge Geschäfte mit Klamotten von edel bis ausflippt Tee und Kaffeehäuser, Restaurants, Hotels ohne Ende. In einem Internetcafe gegenüber dem Bahnhof haben wir unsere ICE Bahnkarten zurück nach Berlin gebucht, wo wir unseren Mietwagen später abholten. Bei Karstadt gibt es eine Aussichstplattform im 6. Stock über dem Restaurant mit weiten Rundumblick über die Hausdächer und für die sportlichen ein Joggingrondell.
Am nächsten Tag stand dann mit dem Kajak eine Kanalrundfahrt an, also nochmal über Aussen- und Binnenalster aber dieses Mal mit Ausfahren der Buchten um mehr zu sehen, tolle alte Häuser mit super angelegten Gärten auch achitektonisch sehr geschmackvolle, moderne Häuser. In aller Ruhe am Hamburger Kanuclub kurz vorbei, Feenteich, Osterbekkanal, Barmbeker Stichkanal, Stadtpark Ausfahrt, Goldbekkanal, Rondelteich. Zwischendurch sind wir bei einem Kanuverleiher im Goldbekkanal zu Erdbeertorte und Schokolade eingekehrt, wurde uns von einem ACCler empfohlen. Viele Leihcanadierpaddler auch unterwegs, null Ahnung aber egal, wir waren ja immer schnell weg sobald sich eine Lücke auftat. Eine Gruppe hat es dann noch geschafft mutwillig eine Kenterung herbeizuführen, da freut sich die Berufsschifffahrt.
Nach dieser noch schönen Tour verschlechterte sich das Wetter zusehends und es regnete auch mehr oder weniger beständig. Für Samstag und Sonntag lösten wir an der Hudtwalker U-Bahn Station jeweils für 7,75 Euro ein Familienticket, damit dürfen fünf Erwachsene den ganzen Tag die Verkehrsmittel bis zum Ring 2 benutzen einschließlich der Hafenfähren bis Finkenwerder, das spart die Hafenrundfahrten. Den Flugplatz haben wir damit auch besichtigt. Große moderne übersichtliche Halle, vielleicht fliegen wir irgendwann von Hamburg, dann kennen wir den schon. Die üblichen Touristensachen abgeklappert,Landungsbrücken, Speicherstadt, St. Pauli, Reeperbahn und Fischmarkt usw., sechs Nächte sind natürlich auch für Hamburg viel zu wenig.
Eppendorf selbst scheint ein Nobelbezirk zu sein (der ACC liegt am Rande), sehr viele Villen, aber eigenartigerweise alle dicht an dicht. Von daher wohl auch viele Restaurants. Vom ACC nicht weit, rechts raus und links um die Ecke kommt gleich ein Spar, Gemüseladen und so um die fünf Bäcker. Aldi vorbei an der U-Bahn Hudtwalker und Komödie Fährhaus etwas weiter weg, der Bootswagen musste wieder herhalten.
Gut ist der Grieche in Richtung Husum und am Sonntag gibt es im Cafe Chance am Fernsehturm im dortigen Park ein Brunch für 12,00 Euro, das war Klasse, kalte u. warme Speisen mampfen ohne Ende Tee, Kaffee und Schokolade bis zum Abwinken waren im Preis mit drin. Während wir drinnen schlemmten strampelten draussen Radrennfahrer um die Wette, viele Strassen bis hinter Blankenese waren gesperrt.
Zu unserer Zeit legte dann noch die Queen Mary 2 in Hamburg an, wurde natürlich in Hamburg gebührend begrüßt, wir waren aber nur kurz dabei, mussten wir doch den Mietwagen aus Berlin holen. Der Trubel wäre eh nichts für uns gewesen, ein paar Fotos und ab in den ICE nach Berlin.
So war auch das wieder eine schöne Tour mit einem anspruchsvollen Teil auf der Elbe, klar das Wetter hätte zumindestens die letzten anderthalb Wochen besser sein können, aber wir sind ja Wassersportler und nicht aus Zucker und Salz. So haben wir auf unsere geplante Tour zwischen den Halligen Oland, Langeneß und Hooge verzichtet. Angesagte 4-5 Bft. Windstärke in Böen bis 60 km und dann noch Regen und Gewitter, das war uns denn doch zuviel des Guten zumal das für Gaby ja Urlaub sein sollte. Wir haben für den Resturlaub es uns in Berlin gemütlich gemacht und freuen uns auf weitere Touren.