
Für 2005 hatten wir uns für eine Paddeltour mit unseren Kajaks auf dem Wasserweg von Berlin über Havel und Elbe nach Hamburg entschieden.
So bepackten wir unsere Boote mit allem nötigen und starteten abermals direkt von unserem Verein dem Kajak-Club Albatros 1926 e.V.
Zunächst erstmal alles noch bekannte Strecke, die wir auch bereits in unseren Berichten Brandenburg und Werder beschrieben hatten. Wir nutzten die Gelegenheit und nahmen auch an dem ersten Wochenende am Potsdammarathon teil, um noch eine weitere Gemeinschaftsfahrt zu haben. Wie üblich haben einige das als Wettrennen gesehen, andere meist auswärtig angereiste wie auch wir eher als netten Ausflug angesehen, so war für jeden was dabei, zumal die Strecken mit 21, 36 und 42 km für viele geeignet war. Wir wurden nett von Ditmar betreut und kamen noch in den Genuss von Grillfleisch und einem VEB Topfset.
Weiter ging es dann von Potsdam nach Werder über die Potsdamer Havel zur Fähre Ketzin wo wir im dortigen Fährhaus zu Mittag einkehrten und uns einen Fährmannsteller mit Matjes, Bismarckhering und Brathering gönnten. Hinter dem Trebelsee schlugen wir dann unser Zelt auf einer Kuhwiese auf und spannten vorsichtshalber um unser Zelt noch einige Leinen. Morgens kam die Herde näher aber sie mampften friedlich vor sich hin.
Nächsten Morgen dann nur ein kurzes Stück und wir waren schon früh beim WSV Stahl Beetzsee, Zelt in der ersten Reihe mit Blick auf denselben neben einem Ehepaar vom WSC Fink Bremen. Hier blieben wir denn drei Nächte, da wir die Gewässer um Brandenburg, obwohl nur 6o km von Berlin noch nicht erpaddelt hatten. Der Beetzsee sehr langgezogen und offizielle Regattastrecke kann bei Wind ziemlich ungemütlich werden, es liess sich aber aushalten, so dass wir in einer langen Tagestour den Beetzsee und den Riewendsee bis zum Ende gepaddelt sind bei ausgezeichnetem Wetter. Mitten im Beetzsee eine Insel, die gern als Zwischenstop genutzt wird. Angenehm auch das nahegelegene Beetzsee Center in dem ein großer Supermarkt ist, fußläufig erreichbar. Für schwere Sachen wie 6er Pack Selter und Säfte nahmen wir unseren Bootswagen verlängert um ein halbes Paddel und zogen so unter neugierigen Blicken durch die Lande.
Nachdem wir Brandenburg erkundet hatten kam nun auch für uns Neuland. Die Havel schön geschwungen, wenig bebaut äste das eine oder andere Reh am Wasser. Vorbei an der Fähre Pritzerbe, hier schon alles als Naturschutzgebiet ausgewiesen, fanden wir keinen geeigneten Biwakplatz und zogen durch bis nach Rathenow zum dortigen Kanuclub an der alten Havel km 103,6. Schöne Zeltwiese, Küche zur Mitbenutzung, hier kann man länger verweilen und auch den einen oder anderen Havelarm ausserhalb erkunden. Auch hier einige Biwakplätze die oftmals von Motorsport oder Segelvereinen betrieben werden und aber leider auch von anderen manchmal Radaubrüdern angefahren werden. Für uns heisst das dann besser meiden.
Da wir auch hier zwei Tage blieben haben wir uns mit Burkhard's Eltern getroffen. Sind im Hafenrestaurant eingekehrt, haben die Stadt besichtigt und uns wieder mit Lebensmitteln eingedeckt. Das Einkaufscenter, auch hier noch Restaurants, allerdings etwas weiter weg (ca. 15 Min. Fußweg), der Platzwart hat uns aber ein Fahrrad geliehen.
Am Abend kam dann noch eine Gruppe Leihkanadier an, so dass die Zeltwiese schlagartig voll war. Zum Glück waren alle müde vom Paddeln, so dass Ruhe herrschte. Schliesslich reicht es ja schon wenn meist junge Leute mit dem Auto in die Natur fahren und die Umgebung dank Verstärker im Auto mit Musik und Gegröle beschallen.
Von Rathenow starteten wir dann durch die Stadtschleuse zusammen mit der Kanadiertruppe, waren aber schnell ausser Reichweite und genossen wieder die Einsamkeit. Nach einem kleinen Abstecher in den Hohenauer See, den man hätte noch ausweiten können, haben wir dieses mal wieder in der "Wildnis" übernachtet. Vorgänger von uns haben sich richtig Mühe gegeben ihren Müll ordentlich zu verstecken, anstatt ihn mitzunehmen. Kein Wunder also, dass Bauern oftmals Schilder aufstellen Privatbesitz, Betreten verboten. Auf dem Biwakplatz in Strodehne könnte man für 4,00 Euro übernachten, aber selbst hier haben wohl schon die Wandalen gehaust, obwohl von unmittelbar anliegendem Segelclub betreut.
So erreichten wir dann Havelberg, die letzte Station bevor es in die Elbe ging. Die Stadt hat uns bereits bei der Anfahrt so überzeugt, dass wir auch hier zwei Nächte verbrachten. Kanuverein und Ruderclub liegen direkt nebeneinander. Wir haben beim Ruderclub übernachtet weil wir so nett vom Chef empfangen wurden, wirklich schöne Sanitärräume, Bungalows gäbe es hier auch, schöne Küche, aber leider Supermärkte sehr weit weg. In Verbindung mit einer Stadtbesichtigung, man muss für die Festung sowieso nach oben, und unserem Bootswagen aber machbar. Restaurants alles vertreten von der Dönerbude, über Grieche, Chinese (mit sehr schönem handgemalten Bild im Gastraum von Havelberg)und Hotels.
So hatten wir uns denn in Havelberg gut erholt und es ging weiter auf die sturmgepeitschte Elbe nach Hamburg.