
Weltreise 2001 Southern Australia
Wir sind nochmals hoch in den Süden zum Yanchep National Park, haben einige Märkte besucht, Hillarys Bootsquai und natürlich Freemantle. Dorthin geht es mit der Bahn, Bus oder auch mit dem Schiff von Perth. Da wir nun mal das Auto hatten sind wir direkt am Flussufer dorthin, haben außerhalb geparkt (....wer sucht schon gerne Parkplätze und zahlt dann auch noch dafür) und sind dann mit dem auch hier kostenlosen Cat Bus in die City. Freemantle gefällt uns besser als Perth, weil keine Hochhäuser da sind, die Historie besser zu erkunden ist und die Atmosphäre wesentlich relaxter ist. Besucht hier das alte Gefängnis, die Märkte in historischen Gemäuern, das round house und die Fußgängerzone.
Von Freemantle sind wir dann auch mit der Fähre 18 km den indischen Ozean entlang nach Rottnest, einer Insel die früher als Gefängnisinsel diente und eigentlich Ratnest also Rattennest hieß wegen der dort vorhandenen Quoccas, die für große Ratten gehalten wurden. In Wirklichkeit sind das aber kleine Wallabys. Heute gibt es auf der 11 km langen und 4,5 km breiten Insel keine Gefangenen mehr und wir haben auch nur einen Quocca gesehen. Was allerdings schön ist, Autos dürfen dort nicht fahren, es fährt nur alle Stunde ein Bus für AUD 3,50 die Insel ab, wo ihr hop on und hop off betreiben könnt. An jedem Haltepunkt müsst ihr allerdings eine Stunde verweilen bis der Bus auf der nächsten Runde wieder vorbeikommt, was allerdings ob der Schönheit der Umgebung nicht schwer fällt. Ihr könnt auch ein Fahrrad mieten, aber obacht es gibt etliche steile Hügel, wir haben einige schieben gesehen. Wenn wir das nächste Mal in der Gegend sind werden wir für Rottnest mehrere Tage einplanen.
Natürlich haben wir das Auto nicht nur für diese kurzen Wege gemietet. Wir wollten nochmal richtig km machen und sind also die untere Ecke nach Süden noch erkunden. Über York (einer an England erinnernde Stadt mit Avon River) im Landesinneren sind wir zum Waverock. Hier ist ein Felsen durch Wind und Wetter zu einer gigantischen Steinwelle geschliffen worden. In dieser Größe auf der Welt wohl einmalig. Genießt die Wanderung unterhalb und oberhalb des Felsens mit vielen Erläuterungen zur Entstehung. Nach einer Übernachtung direkt am Felsen mit einigen Moskitos (...ach ja wir hatten uns in Perth ein neues Zelt zugelegt, genannt Rossmanns Castle, wo sogar Burkhard drin stehen kann. Im Vergleich zu unserem vorherigen tatsächlich der reinste Luxus, dazu hatten wir uns noch zwei Campingstühle zugelegt, so dass die uns nun keiner mehr borgen musste) ging es einsame Straßen entlang an den südlichen Ozean nach Albany. Für die Autofahrer noch ein Tipp, die Straßen hier sind nur einspurig teilweise, also plant nicht zu viel km pro Stunde ein.
Albany ist die älteste europäische Siedlung in WA und das wirtschaftliche Zentrum im Süden. Viele alte Gebäude wieder, dank umliegender Berge tolle Ausblicke. Wir haben natürlich auch wieder einige Nationalparks besucht, eine alte Walfangstation besichtigt und Felsformationen wie the gap und natural bridge, diesmal allerdings in Granit. Gut erholt wie wir waren haben wir es auch gewagt eine Bergtour zu unternehmen. In der Nähe liegen die Stirling Range mit bis zu 1100 m hohen Bergen, für uns auf unserem bisherigen Weg völlig ungewohnt. So sind wir die höchste Erhebung rauf den Bluff Knoll, wieder andere Vegetation, die zum Teil auch nur hier vorkommen soll. Trotz unserer guten Kondition dank der bisherigen Radlerei ging uns aber bergauf doch ganz schön die Pumpe, aber wir haben es bis zum Gipfel geschafft und dort oben ein Paar getroffen, welches wir 1000e von km entfernt in Exmouth getroffen hatten, die dort auch mit dem Rad unterwegs waren. Haben uns dann noch ausgetauscht, weil wir anschließend dorthin wollten, wo sie schon waren. Zum Glück wurde das Wetter zum Nachmittag etwas schlechter, so dass uns der Aufstieg zu einem weiteren Hügel erspart blieb. Zurück ging es zum Campingplatz, wo wir feststellen müssen, dass unser Castle Zelt wohl den Sturm nicht standhält. Im Eingangsbereich war eine Fiberglasstange gebrochen, die uns aber dank 5 jähriger Garantie jedoch problemlos ersetzt wurde. Wir haben dann noch zwei extra Schnüre gespannt, um auch bei Sturm ruhig schlafen zu können.
Nach drei Tagen Albany ging es dann über Denmark/Bornholm nach Walpole. Hier haben wir direkt im Nornalup National Park übernachtet immerhin ein Top 10 Caravanpark. War auch eine der wenigen Stellen wo ein Nationalpark bis an das Meer reicht. Die Landschaft änderte sich hier, es gibt riesige Waldgebiete mit noch riesigeren Bäumen. In dem Tal der Riesen ( Valley of the Giant) haben die Bäume Durchmesser wo wir drei Tage brauchten um die Bäume zu umrunden (...na ja waren einige Bäume). Die sind auch so hoch, dass es sich lohnte in den Baumwipfeln Wanderwege auf Stahlgittern anzulegen. So habt ihr gefahrlos eine andere Einsicht (...in Indonesien hatten wir so was auch schon Mal gesehen). Erstaunlich auch wie die Bäume den gelegentlichen Waldbränden standhalten. Von innen total ausgehöhlt und ausgebrannt leben die weiter. Von Walpole ging es weiter über Pemberton nach Augusta.
In Pemberton ist die Attraktion wieder so ein riesiger Baum, den ihr diesmal aber erklimmen könnt. Unsere Vorfahren hatten die glorreiche Idee diesen 60 m hohen Baum als Ausguck in die Umgebung zu benutzen. Spiralförmig um den Baum wurden Sprossen in den Stamm getrieben und ganz oben befindet sich ein Stahlkäfig. Das ist aber nur etwas für schwindelfreie. Burkhard ist da ein Stück rauf aber besser doch wieder umgekehrt. Währenddessen hat sich ein Papagei für Gabys Schnürsenkel interessiert, wer weiß was da Leckeres dran war. Auch hier wieder viele Wildblumen und Bäume in voller Blüte. Sicherlich lohnt es auch hier länger zu verweilen und ausgedehnte Wanderungen zu unternehmen. Unterwegs sind wir dann noch in den Shannon Nationalpark unter anderem zum Snake Gully, und wieder AUD 8 Eintritt. Schönes altes Waldgebiet und das besondere daran ist, dass auf FM 100 im Radio an gekennzeichneten Stellen Erläuterungen zur Geschichte und Umgebung gesendet werden. Welch ein Luxus mitten im Wald im Nirgendwo. Originalgeräusche von alten Holzfällerlagern, Vögeln und sonstigem Getier etc.
In Augusta hatten wir dann die Stelle erreicht, wo der indische Ozean auf den südlichen Ozean trifft. Unterschiede in der Wasserqualität konnten wir nicht feststellen. Hier ein Leuchtturm von 1895 der aus Stein gebaut die Szene beherrscht. Nicht weit davon gibt es ein salzverkrustetes Wasserrad zu besichtigen, das damals für den Bau des Leuchtturmes benutzt wurde. Unternehmt wenn ihr da seid eine Wanderung die Küste entlang. Zwischen Mai und September soll die Zeit für Walbeobachtungen sein.
Von Augusta sind wir dann die cave road lang, wie der Name schon sagt, gibt es hier unzählige Höhlen zu besichtigen, die zum Teil der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Die Möglichkeiten reichen von wirklichen Abenteuertrips mit Grubenlampen und Rafting Touren bis hin zur einfachen Begehung mit komfortablen Treppen. Wir haben uns für letzteren entschieden und die Lake Cave besichtigt. Hat man eine Tropfsteinhöhle gesehen, hat man alle gesehen. Hier gab es jedoch die Besonderheit, dass Stalaktiten und Stalakmiten zusammenkamen und anschließend unterspült wurden und nun frei hängen und interessante Lichtreflexe ergeben. Besucht auch das Besucherzentrum, supermodern mit Touchscreen etc. ausgestattet. Weiter ging es über Magereth River, das Weinanbaugebiet in WA schlechthin. Ihr könnt viele Güter besichtigen, Käsefabriken und Schokoladenfabriken besichtigen, sogar eine Bierbrauerei gibt es. Gekauft haben wir allerdings nichts, weil es hier teurer war als an anderen Stellen. Gegen eine Kostprobe ist natürlich nichts einzuwenden. Natürlich könnt ihr auch Touren buchen, die euch für AUD 50 zu so sieben Unternehmen bringen. Das dann besser mit Übernachtung weil an Autofahren hinterher nicht mehr zu denken ist (...local police is now targeting drunken drivers). Wir haben dem Alkohol aber nicht allzu sehr zugesprochen, so sind wir weiter nach Yallingup wo wir den wagemutigen Surfern zugeschaut haben (..gegen die Wellen auf Hawaii ist das hier gar nichts, aber selbst für uns wären die hier zu hoch). Haben noch die Canal rocks besichtigt bevor es weiter nach Busselton ging. Die Strecke bis Augusta ist wegen der Nähe zu Perth beliebtes Ausflugsgebiet, entsprechend voller wurde es auch wieder. In Busselton haben wir einige Tage verbracht, hier gibt es eine 2 km lange Jetty auf das Meer hinaus, die ihr wieder auch mit dem Zug befahren könnt und Eintritt wird natürlich auch wieder fällig. Die Attraktion auf der Brücke ist der Fang von Heringen und wieder Tintenfischen und auch Delphine können gesichtet werden, die dann auch leider die Fische vertreiben und die Köder vom Haken schnappen. Hier ist es Burkhard auch zum ersten Mal passiert, dass ein Kontrolleur von der Fischbehörde kam und überprüften, ob die Regeln auch eingehalten wurden. So darf man z.B. nur zwei Angeln benutzen, Burkhard hatte aber drei Leinen im Wasser. Zum Glück war ein einer Leine gerade der Haken angerissen, so dass er sich herausreden konnte. Zum Abendessen gab es dann frischen Tintenfisch, selbstgefangen schmeckt umso besser.
Abends könnt ihr gut die Hauptstraße lang schlendern, Restaurants gibt es ausreichend. Am 28.10. ging es dann weiter nach Bunbury einer Stadt, wo vornehme Stadtvillen direkt am Meer entstehen. Bunbury soll auch berühmt sein für die Delphine, es gibt auch ein Besucherzentrum wo Ranger für Auskünfte bereit stehen, wir haben aber dort in den Tagen keine Delphin gesichtet. Beim Angeln und auf unseren Wanderungen am Inlett entlang (...hier gibt es ein extra angelegtes Mangrovengebiet, was so nur wesentlich weiter nördlich vorkommt. Leider hat die Stadtverwaltung sich ein Hochhaus gebaut welches an einen Schiffsrumpf erinnern soll aber eher wie eine Maus aussieht und das ganze Stadtbild verschandelt. In der Stadt gibt es zwei Look Outs die einen Besuch wert sind. Sehenswert auch der Cappuccino Strip (...gibt es auch in Freemantle) mit vielen Restaurant und Cafés. Wir haben hier auch seit langem wieder chinesisch gegessen, Buffet so viel man essen mag, hat sich gelohnt. So haben wir die letzten Tage in Australien noch genossen, die letzten 7 Tage nochmals in Perth und Umgebung bevor es am 8.11.2001 über Singapore mit drei Tagen Aufenthalt nach Berlin zurückging.
Im letzten Tag haben wir alles ordentlich gesäubert, insbesondere das Angelzeug musste ordentlich gewaschen werden, weil es stark nach Fisch roch. Burkhard hat Gaby mit dem ganzen Gepäck zum Flughafen gefahren und anschließend das Auto abgegeben. Damit der Kreis sich schließt ist Burkhard dann mit dem Rad von Perth zum Flugplatz. Wir haben die Räder dort stehen gelassen und für einen guten Zweck gestiftet, der Transport nach Deutschland hätte wegen der anfallenden Kosten nicht gelohnt. Wir mussten schon so AUD 225 für Übergepäck bezahlen, die nehmen es von den Lebendigen (AUD 15 pro KG). In Singapore waren wir schlauer und haben einiges per Post nach Deutschland geschickt, ist weit preiswerter.