Stadtfahrt
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Am 15.10.2004 starteten wir zu unseren letzten Übernachtungsfahrt in diesem Jahr. Burkhard und Günter paddelten den Vereinszweier Seestern mit Günters Robbe im Schlepp am Freitag 32 km über Spree und Landwehrkanal bis zum Köpenicker-Kanusportclub bei dem wir im Vorfeld für zwei Nächte reserviert hatten.

Schöne Zeltwiese direkt an der Spree Kilometer 30,2, aber leider auch stark befahrene Straße und rumpelnde Straßenbahnen. Aber was solls wir sind ja nicht zum Schlafen gekommen sondern zum Paddeln. Gaby ist dann nach der Arbeit mit der BVG dorthin und wir haben uns erstmal in einer nahe gelegenen Clubgaststätte mit Forelle und Zander gestärkt nachdem das Zeltlager für die Nacht bereitet war.

Am nächsten Morgen hiess es dann früh um sechs aufstehen, Günters Einer in den Schlepp nehmen und erstmal sieben km die Spree teilweise im Dunkeln lang paddeln zum eigentlichen Startpunkt der zweiten vom LKV ausgeschriebenen Stadtfahrt in diesem Jahr an der Abteiinsel. Das Wetter eigentlich am Vortag noch ganz passabel war als bescheiden zu bezeichnen. Es hat wirklich nur geregnet, entsprechend diesig auch die Bilder. Aber egal das kann doch einen Wassersportler nicht erschüttern, also ging die ausgeschriebene Gemeinschaftsfahrt von zwei Polizeibooten begleited pünktlich um 8.00 Uhr los.

Das besondere an dieser Fahrt ist, dass Paddler ansonsten nicht die Strecke durch das historische Berlin von der Oberbaumbrücke bis zur Kongresshalle befahren dürfen. So ging es denn also gemeinsam mit noch zehn anderen Kajaks los die Spree entlang zum Allianzhochhaus mit dem Molekularman davor. Künstler Jonathan Borofsky entwarf den Stahlkoloss in haushoher Doppelmenschform und löchrig wie ein Schweizer Käse. Dann durch die Oberbaumbrücke, die Kreuzberg und Friedrichhain verbindet und früher Zollgrenze zwischen Berlin und Brandenburg war. Weiter vorbei an noch buntbemalten alten Mauerresten ging es dann in die Mühlendammschleuse.

Mit Sicht auf den Fernsehturm ging es weiter am Lehrter Hauptbahnhof vorbei am Reichstagsgebäude mit der gut sichtbaren Glaskuppel nach dem Architekten Norman Foster (solltet ihr mal besuchen bei schönem Wetter, toller Blick über Berlin aber stellt euch auf Wartezeiten ein) und dem Bundeskanzleramt, dem Aussehen nach die teuerste Waschmaschine der Welt so wird gesagt. Gleich hinter dem Bundeskanzleramt die Kongresshalle im Volksmund auch schwangere Auster genannt wegen der Dachform ein Beitrag Amerikas zur Bauausstellung 1957.

Rechterhand das Moabiter Werder mit der Beamtenschlange paddelt man weiter mit Blick auf die Siegessäule und schwenkt dann nach links in den Landwehrkanal ein wo es kurze Zeit später in die Tiergartenschleuse oder Unterschleuse geht. Hinter der Schleuse war erstmal eine kurze Rast angesagt unter Missbilligung der Wasserschutzpolizei, schliesslich sollte keiner hinter dem Schlussboot paddeln. Aber einigen drückte die Blase wohl doch zu sehr. Burkhard meinte sie sollten schon mal vorfahren, wir würden sie doch schnell wieder einholen. Irgendwie aber auch verständlich, waren bei der Stadtfahrt im Frühjahr so ca. 100 Boote dabei, die sich auf drei Kilometer langzogen und wohl doch eine ziemliche Aufmerksamkeit erregten und vielleicht auch eine Behinderung für die Berufsschiffahrt darstellte. Auf dem Wasserweg aber ebenso wie auf der Strasse zu beobachten, kaum ist die Polizei zu sehen fahren die Motorbootkapitäne plötzlich ganz anständig.

Hinter der Schleuse befindet sich rechterhand der Berliner Zoologische Garten, linksseitig ausgedehnte Parkanlagen. Gut zu sehen auf dieser Strecke die Gebäude des Potsdamer Platzes. Als nächtes dann das Deutsche Technikmuseum mit einem aufgehangenen Flugzeug im Eingangsbereich, das während der Blockadezeit Berlin versorgte. Über uns dann im Streckenverlauf eine Hochbahnstrecke der Berliner Untergrundbahn bevor es in den Urbanhafen geht, der vor dem ersten Weltkrieg ein wichtiger innerstädtischer Hafen war. Heute zum Teil einiges zugeschüttet befindet sich hier das Urbankrankenhaus, einige Restaurantschiffe und ein kleiner Naherholungspark.

Nur noch wenige Kilometer von hier geht es dann nach links hinein zur Oberschleuse, die uns dann in Vollendung der Umrundung wieder auf die Spree entlässt. Wieder vorbei an der Oberbaumbrücke in Richtung des Molekularman war dies Runde dann nach 28 km an der Abteiinsel beendet. Noch ein kurzer Dankesgruß an die Wasserschutzpolizei, Verabschiedung der mit dem Auto angereisten Mitpaddler sind wir dann weiter bis zum Köpenicker Kanuclub für unsere zweite Übernachtung.

Die restlichen Stunden des Tages haben wir noch genutzt um die Altstadt von Köpenick zu besichtigen mit dem Rathaus bei dem ehemals die Stadtskasse auf geniale Art und Weise entführt wurde. Im Restaurant Schuster Voigt haben wir dann gut gespeist, das Schloß und Schloßpark noch besichtigt. An diesem Wochenende war auch gerade ein Altstadtfest mit etlichen Musikgruppen, historischen Aufführungen und mittelalterlicher Markt, war ganz gut was los. Wir sind jedoch nicht "alt" geworden und frühzeitig zurück mussten wir doch am nächsten Tag noch 32 km zurück zu unserem Verein nach Spandau. Das Wetter war dann auch wieder besser, so dass sich noch einige Fotogelegenheiten ergaben unter anderem das an der Abteiinsel vor Anker liegende Wasserflugzeug, unseres Wissens das einzige touristische in Berlin. Wer mag kann sich hier für 100 Teuro Berlin etwas von oben ansehen. Nettes Gefühl wenn das Flugzeug auf der Spree startet oder landet und über unsere Köpfe hinwegbraust.

Insgesamt ein schönes verlängertes Wochende mit nettem Aufenthalt beim Köpenicker Kanusportclub.