Lehnitz 64 km
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Als aktive Kanuten haben wir natürlich immer ein Auge auf den Wetterbericht, der für die Tage vom 16.4. bis zum 17.4. ausgezeichnetes Wetter versprach mit annehmbaren Nachttemperaturen um 5 Grad. Da Gaby gerade Urlaub hatte ging es also auf unsere erste Gepäcktour.

Ziel sollte die Schleuse Lehnitz bei Oranienburg sein, bei einer Gesamtkilometerzahl von ca. 70 mit Abstechern in zwei Tagen gut zu schaffen.

Los ging es also vormittags am 16.4. mit unserer kompletten Ausrüstung (Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Kleidung und was sonst noch zu so einer "Expedition" gehört. Erstaunlich was so alles in zwei Boote reingeht, weit mehr als wir von unseren Fahradtouren gewohnt waren.

Der erste Teil des Weges war für uns nicht neu, da wir diesen bereits auf unseren Berliner Touren gesehen hatten. Es ging also zuerst durch die kanalisierte Havel am Rathaus Spandau vorbei bis zur Schleuse Spandau. Seht euch vor vor den Schubverbänden und sonstigen Ausflugsschiffen, die werfen ganz schöne Wellen auf, die von den hohen Spundwänden sehr schnell reflektiert werden. Das kann eine ganz schön kippelige Angelegenheit werden.

Nun gut wir sind das ja gewohnt, so erreichten wir wohlbehalten die erst im letzten Jahr nach unfangreichen Restaurierungsarbeiten wiedereröffnete Schleuse Spandau bei km 0,6 der Havel-Oder-Wasserstrasse. Hier heisst es die Kajak und einen kurzen Weg bis zur gegenüberliegenden Seite zu tragen. Wenn ihr Glück habt und die Schleusenwärter sind euch gnädig gestimmt könnt ihr euch auch schleusen lassen. Wir steigen zwischendurch aber gern auch mal aus, denn gerade Burkhard hat nicht sonderlich viel Sitzfleisch.

Bei dem Gewicht unserer vollgepackten Boote von ca. 45 kg empfliehlt sich für den Transport ein Bootswagen, die vorhandenen sind viel zu groß und lassen sich nicht lenken.

Die Boote dann nach ca. 50 m wieder einsetzen und weiter geht es die Havel entlang, vorbei an Eiswerder unter der Eiswerderbrücke durch (km 4,3), ja hier wurde früher wirklich Eis hergestellt, den Hohenzollernkanal rechts liegen lassen kommt dann bereits die Personen- und Kraftfahrzeugfähre über den Aalemannkanal in Sicht. Fahrt hinter dem Heck der Fähre besser nicht so dicht vorbei, ihr werdet von dem aufschäumenden Wasser sonst überraschend zur Seite geschoben.

Linker Hand seht ihr dann das Kraftwerk Oberhavel und kurz darauf bei km 9,1 den Strandabschnitt Bürgerablage. In diesem Streckenabschnitt könnt ihr übrigens hervorragend essen gehen, auf der rechten Seite kommen im Aalemannkanal hinter der Fähre etliche Restaurants und direkt an der Bürgerablage hat dieses Jahr so richtig das urige Jagdhaus eröffnet. Wollt ihr da zum Sonntagsbrunch für 11 Teuro empfiehlt sich eine Reservierung, können wir ansonsten empfehlen.

Bevor es denn in den Niederneuendorfer See geht,seht ihr die rechts gelegenen Badestelle Sandhausen (km 10). Auf diesem Streckenabschnitt steht bei ausreichend Wind (insbesondere Nord und Südrichtung) eine ordentliche Welle. Für zwei Nächte haben wir beim WCH (km 10,9) unser Lager aufgeschlagen. Herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme mit dem Multi-Millionen-Dollar Standort mit Blick direkt auf den Niederneuendorfer See. Als Kanustation super ausgestattet, alles da, was man als Camper so braucht. Essen waren wir ausserhalb in Heiligensee beim Restaurant/Hotel Dannenberg. Es gibt aber auch eine Pizzeria (ab 17 Uhr geöffnet) und einen Chinesen in der näheren Umgebung.

Die Nächte mit bis 4 Grad waren zwar am Rande des ertragbaren, aber die sonnenreichen Tage haben uns dafür entschädigt. Am 17.4. nach einem Frühstück im Freien ging es dann auf die 35 km Tour zu Schleuse Lehnitz. Anfänglich noch viel Industrie die ersten km, die dann von beschaulicher dörflicher Ruhe und Datschen entlang der Havel abgelöst wurde.

Also weiter die Havel entlang, zum Glück nicht kanalisiert und kaum Dampfer und Motorboote um diese Zeit unterwegs. Bei km 19,4 erreicht ihr den Gasthof zum weißen Schwan bei Hohenschöpping mit Anlegeplätzen, hier kann man prima auf einer Terrasse direkt an der Havel sitzen. Kurz dahinter kommt auch nochmal ein Restaurant bei einer Marina und dann konnten wir die nächsten km bis zu Schleuse Lehnitz (km 31,3) kein Restaurant ausmachen, also deckt euch mit Proviant ein oder zieht durch um auf dem Rückweg einzukehren.

Von km 19-25 gibt es links und rechts der Havel noch etliche Anlandemöglichkeiten, die zu einer Rast genutzt werden können. Achtet auf die Angler, die am Rande auf den Fang des Lebens hoffen, bei scharfen Angelhaken ist es besser Abstand zu halten. Bei km 23,6 geht links der Oranienburger Kanal ab mit der Möglichkeit zur Schlossbesichtigung was denn auch so ca. 5 km mehr bedeuten.

Die weitere Fahrt die Havel entlang, unterwegs noch eine Dünenlandschaft sehr relaxend trotz geringer vorhandener Gegenströmung. Im Lehnitzsee ging es dann gegen aufkommenden Wind nochmals zur Sache bevor wir unsere nächste Rast an den Sportbootanlegestellen einlegten. Hier wieder gestärkt durch Obst, Kekse, heisse und kalte Getränke ging es zurück, diesmal mit der Strömung und dem Wind im Rücken. Hierbei haben wir denn doch festgestellt, dass Gabys Barracuda doch entschieden schneller ist als der Kodiak von Burkhard. Ohne zu paddeln war Gaby nur duch Strömung und Wind plötzlich eine Bootslänge voraus. Ansonsten macht natürlich der Paddler das Tempo, schwupps und schon war Burkhard wieder vorn.

Unterwegs natürlich viele Wasservögel, aber noch keine weiteren Kajakfahrer. Wir sind dann zum Abend im weißen Schwan eingekehrt um uns für die letzen 6 km bis zum WCH zu stärken. Dort haben wir noch den Ausblick auf den See und den Sonnenuntergang genossen, um nach einer Dusche rechtzeitig schlafen zu gehen. Denn am nächsten Tag sollte es ausgeruht zurückgehen, der Wetterbericht versprach eine erhebliche Temperatursenkung und Wind der Stärke 5 aus Nord.

Frühstück haben wir im Vereinshaus vom WCH eingenommen, draussen war es einfach zu kalt. Da wir nur 14 km vor uns hatten, haben wir uns Zeit gelassen, ganz relaxt das Zelt abgebaut, alle Sachen in den Booten verstaut und zurück über den sturmgepeitschen See Wellen und Wind im Rücken, 4 km zum Jagdhaus an der Bürgerablage. Die haben nicht schlecht gestaunt, dass da mal Kajakfahrer zum Karfreitagsbrunch mit klassischer Musik einkehrten. Das ist immer noch was besonderes. Auch hier wieder gut gegessen hiess es die restlichen km mit erneuter Zwischenstation bei der Schleuse Spandau zurück zu unserem Verein KC-Albatros.

Auch wenn das Wetter am Rückreisetag nicht mehr so mitspielte, nur noch 12 Grad und eben dieser starke Wind, war das ein gelungener Auftakt und ein hervorragender Test für unsere geplante Tour zur Mecklenburgischen Seenplatte.