Ameland/NL 80 km
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Venedig
Westschwedische Schären

Nachdem wir in 2004 den Rettungs- und Sicherheitstraining Lehrgang der Salzwasserunion absolviert hatten, wollte Gaby nun den nächsten Schritt machen und nahm an dem dreistufigen Lehrgang zur Seebefähigung dem A-Schein teil. Dreistufig deshalb weil es ein Theoriewochenende in Mönchengladbach, eine Vorbereitungsfahrt auf den Gewässern der Westerschelde in Holland und die Prüfungsfahrt von Holwerd zur/um die Insel Ameland gab. Alles unter freundlicher und kompetenter Leitung von Urs Steiner.

Burkhard hat daran nicht teilgenommen, da der Aufwand für einen Schein den man nicht zwingend zum Paddeln braucht viel zu groß ist. Tausende von km mit dem Auto um da 40 km zu paddeln, das Boot wunschgemäß umbauen, nein danke und dann auch noch die Kosten dazu. Neben Urs und Anita geht der Dank auch noch an Wolfgang und Klaus, na ja ihr wisst schon .......

Anyway Gaby hat gut dazugelernt, Burkhard zwangsläufig nebenher auch, aber über die Seebefähigung sagt der Schein eigentlich nichts aus. Es wird etliche geben, einschliesslich uns, die schon bei weit schwierigeren Bedingungen ihre Seebefähigung bewiesen haben als sie an den Wochenenden vorherrschten. Es wird auch etliche geben, die die Prüfung nicht bestanden haben, aber trotzdem nach Lust und Laune und sicher auf den Meeren dieser Welt herumkajaken.

Wegen Krankheiten, Urlaub, Nachprüflingen usw. hat sich zwar die Gruppenbesetzung von der Theorie über die beiden Praxiswochenenden verändert, insgesamt ist es aber bei einer lustigen, homogenen Gruppe geblieben.

Doch hier nun der Bericht von Gaby zur Prüfungsfahrt:

Nach und nach trafen wir uns alle am 01.07.05 in Holwerd auf dem Campingplatz. Matthias lechzte nach einem Bier und raste schnell los. Urs kam und ein großes Hallo setzte ein. Nach dem Wetterbericht und Besprechung für die morgige Tour plauderten wir über dieses und jenes. Anita und Wim wollten Samstag im Hafen zu uns stoßen.

Start im Fährhafen von Holwerd. Jeder wühlte, sortierte, kramte nach seinen Sachen. Anita und Wim wuselten auch schon an ihren Kajaks. Ich passte nicht auf schwupp meine Achsenstange vom Bootswagen platschte ins Hafenbecken, ich sprang mit meinen Klamotten ins Wasser –vergeblich gluck weg warse, Anke eilte mir zur Hilfe und zog mich mit meinem Paddel die Böschung hinauf. Erstes Lehrgeld bezahlt und wat nu –keinen funktionierenden Bootswagen. Frustriert packte ich weiter.

Als alle fertig gerödelt haben starteten wir wieder in zwei Gruppen Richtung Ameland.Wir hielten uns an die Fahrwassertonnen aber außerhalb der Fahrrinne. Wolfgang führte uns und Anita fragte uns zwischendurch nach den lateralen und kardinalen Seezeichen. Jeder von uns musste jederzeit in der Lage sein auf der Seekarte unseren Standort zu bestimmen. Jeder durfte die Gruppe kurze Zeit mal führen und den Kurs angeben. Als wir am Fährhafen von Ameland vorbei paddelten erschien eine Kirchturmspitze und der Leuchtturm von Ameland , gut für eine Kreuzpeilung. Wir sahen Sandbänke mit Seehunden manch einer verfolgte uns und wir amüsierten uns über so viel Interesse. Scharen von Vögeln flogen und landeten. Die Kombination von Wolken, Sonne, Wasser, Watt und die Spiegelungen haben etwas faszinierendes beruhigendes.

Bei den Bunen angelangt endlich Pause und was futtern. Ich verteilte selbstgebackene Waffeln. Schnell noch Toilette erledigt. Dann kam auch schon die Gruppe von Urs und Wim. Nach der Pause ging es raus zum üben der hohen Stütze u. Wiedereinstieg. Zum Schluss schwamm jeder mit seinem Kajak an der Schleppleine zum Strand zurück. Tour zu Ende Urs war mit uns zufrieden. Von wegen Ende 3 km mussten wir mit Bootswagen die Kajaks vom Strand bis zum Campingplatz rollern. Ich hatte bloß keinen. Alle verschwanden mit ihren Kajaks und ich blieb zurück. Interessierte Touristen fragten mich aus über paddeln, Kajaks, Ausrüstung und Touren. Ich gab bereitwillig Auskunft. Nach einer Stunde kam mein Retter Wim mit Fahrrad. Super Idee mein Kajak rauf auf den Bootswagen Bug festgebunden am Gepäckträger und Wim radelte los, ich joggte nebenher. Schweißtriefend kommen wir auf dem Campingplatz an. Endlich duschen, Zelt aufbauen und einen riesigen Topf Suppe vertilgen. Wolfgang, Matthias, Guido, Mark und ich mampften gemeinsam erzählten und lachten. Die Anspannung fiel von mir ab und gutgelaunt trafen wir uns alle um 21 Uhr um die theoretischen Prüfungsfragen und deren Antworten zu erörtern. Großes Gelächter über die zum Teil seltsamen oder sparsamen Antworten von uns. Anita und Urs hatten auch ihren Spaß.

Wolfgang unser Fahrtenleiter zog sich kurz zurück um vorbildlich den Wetterbericht für den morgigen Tag abzuhören und uns später mitzuteilen. Ergebnis kein Prüfungswetter für Sonntag. Ich fragte Urs wann wir denn unsere Wattwanderung mit unseren Kajaks morgen starten würden. Urs grinste – abwarten. Anita und Urs beschlossen morgen raus aus dem Gatt zu paddeln um vor Ort zu sehen ob Prüfungsbedingungen sind oder nicht. Leider feierte eine Gruppe von Männern sehr laut und lange so war an Schlaf nicht viel zu denken.

Ich überlegte wie mein Kajak zum Strand gerollt werden sollte. Da hatte Urs die geniale Idee sein Boot und meins auf seinen Bootswagen zu schnallen und als Doppeldecker rollerten wir gemeinsam zum Strand. Wolfgang, Robert, Guido und Marie-Louise haben Teile meines Gepäcks übernommen. Wie eine Karawane sah unsere Gruppe aus.

Schwitzend und prustend kamen alle am Strand an. Als alle umgezogen und fertig gerödelt hatten zeigte uns Thomas eine Technik wie man ein Querschlagen des Kajaks durch Brandungswellen umgeht. Völlig flach zur Seite am Strand liegend mit dem Paddel wie zur hohen Stütze haltend und mit den Füßen den Bug oder das Heck zur Welle hinlenken und mit hoher Stütze aufrichten und ab durch die Brandungswellen. Äh? Wie jetzt wir auch so rein. Nein schwimmend einsteigen. Die ganze Gruppe paddelte gemeinsam raus aus dem Gatt und siehe da Wind und Wellen erwarten uns. Damit startet die Prüfungsfahrt. Plumps mein Herz sank eine Etage tiefer. Zuerst alle Steuer und Skegs weg sonst ist man durchgefallen. Bogenschlag um Anita und Urs. flache Stütze, Ziehschlag, Rettungstechniken mussten jetzt sitzen. Mist meine Eskimorettung und meine hohe Stütze habe ich vermasselt und Schwindel mit Übelkeit machten mir zu schaffen. Irgendwann sagte Urs Prüfung zu Ende und ab zur Pause in Richtung Strand. Ich wurde begleitet von Anke und Mark was mir sehr angenehm war. Anke redete beruhigend auf mich ein und lenkt meinen Blick auf den Leuchtturm und die Sandbänke mit den vielen Vögeln drauf.

Endlich Boden unter den Füßen. Robert verteilte Kuchen er hatte Geburtstag. Na da nahm ich gleich noch ein Stück. Langsam wurde mir besser. Nach der Pause teilten wir uns wieder in zwei Gruppen und ab nach Holwerd. Wolfgang sagte mir ich hätte mich wacker gehalten und lud mich zu einem drei Gang Menü ein. Prima nur das Ende der Tour zog sich hin wie Kaugummi. Mir tat alles weh, mein Hals aufgescheuert von der Gummimanschette meines Trockenanzuges brannte. Mit Anke und Mark schaffte ich es, danke an euch.

Endlich im Hafen angekommen. Schlapp aber froh zurück zu sein. Robert zückte sogleich seine Kuchenkringel die ich dankbar vertilgte. Anke gratulierte mir zu meinem Durchhaltevermögen und sagte eine Tour mit mir jederzeit wieder, ach ja das tat gut.

Großes Gewühle, weil die Fähre Touristenströme entlud. Wir zogen uns trockne Klamotten an und die wilde Packerei ging los. Dann folgte bevor Urs die Urkunden verteilte ein Geburtstagständchen für Robert und er strahlte, Prüfung bestanden. Drei von uns müssen nacharbeiten bzw. zur Nachprüfung. Einer hatte sich selbst von der Prüfung ausgeschlossen. Ich bin stolz auf das was ich geschafft habe und alle die eine Urkunde erhielten freuten sich.

Ich sage im Namen aller Kursteilnehmer herzlichen Dank an Anita, Urs, Wim( ich schulde dir ein Getränk) und Wolfgang für euren Einsatz, Unterstützung und Leitung. Zum endgültigen Abschied gab es das berühmte Gruppenfoto. Drei Kameras da muss doch ein gelungenes Bild dabei sein.

Ich freue mich das Erlernte und geübte auf meiner eigenen Tour umzusetzen. Auf zu neuen Ufern. Wir sehen uns ganz sicher wieder.