Brandenburg 120 km
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Westschwedische Schären

Auch diesmal haben wir einen Brückentag zu Himmelfahrt genutzt und sind zu unserer nächsten Expeditionsfahrt mit drei Übernachtungen gestartet. Los ging es wie immer von unserem Verein KC-Albatros mit dem Ziel Brandenburg und dort dem Verein Brandenburger Sportclub Süd 05, Sparte Kanu. Also wieder vorbei an der Pfaueninsel, mit Blick auf die Glienicker Brücke nach Westen eingeschwenkt an der Sakrower Heilandskirche vorbei in den Jungfernsee.

Leider war für die ganze Zeit Wind der Stärke 4 und mehr aus West angesagt mit Nachttemperaturen unter 5 Grad, so dass wir ab der Pfaueninsel immer mit Gegenwind paddeln mussten. So ging es denn am Fahrländer See vorbei, den Sacrow-Paretzer Kanal entlang bevor wir am Schlänitzsee auf der linksseitigen Landzunge mit Blick auf die Wublitzeinfahrt eine Rast einlegten. Dort wäre ein schöner idyllischer Weg Richtung Werder, den wir auch schon mal gepaddelt sind.

Für uns ging es diesmal jedoch weiter Richtung Westen vorbei am Göttinsee und Paretz, der Fähre Ketzin nach Ketzin Ort mit Uferpromenade, wo wir nach ca. 35 km beim Ferienhof Havelblick mit Camping für eine Nacht zelteten. Wir haben uns dort mit Burkhards Eltern getroffen und sind im Restaurant am Markt ordentlich essen gegangen. Am Markt gibt es auch am Morgen frische Brötchen und man kann sich auch in diversen Fischläden eindecken.

Der Campingplatz mal wieder so richtig nach unserem Geschmack klein und überschaubar, eine herrliche Ruhe, er war allerdings auch kaum belegt. Wenn der voll ist dürfte es allerdings zu Problemen kommen was die Duschen und Toiletten anbetrifft. Zwar alles ziemlich neu und sehr sauber, aber die zwei Duschen sind zusammen in einem Raum mit den Pinkelbecken für Männer und wenn denn eine Frau duscht wird der Raum abgeschlossen und es steht nur noch eine einzige Toilette zur Verfügung.

So haben wir noch einen Spaziergang die Uferpromande mit Dampferanlegestelle entlang und durch die Stadt unternommen bevor wir den Abend mit Blick aus unserem Vorzelt auf die hier jetzt verzweigte Havel mit vielen kleinen Inseln ausklingen liessen.

Am nächsten Morgen ging es denn weiter die Havel entlang, die Orientierung kein Problem trotz der vielen Seitenarme und Inseln war doch der Hauptstrom ausgetonnt und zumindest Burkhards Boot war ja bereits mit dem neuen Silva Kompass ausgestattet. Weiter ging es über den etwas größeren Trebelsee, von dem wir später hören mussten, dass es bei ordentlich Wind hier ganz gut zur Sache gehen kann. Bei Windstärke 4 war das für uns aber noch nicht so wild, wir sind einfach längst durch ohne den Schutz des Ufers zu benötigen.

Die Havel im weiteren Verlauf hier sehr schön geschwungen mit vielen Buchten und Inseln, sogar eine kleine Erhebung mit dem 100 m Götzer Berg und viele gute Plätze zum wild campen. Leider aber auch hier, der Müll wird einfach zurückgelassen und statt den Klängen der Natur zu lauschen muss die Musik laut dröhnen und das nicht nur am Vatertag.

Bei Kilometer 54 geht es dann nach links, Hinweisschilder zur Sportbootschleuse (Brandenburger Stadtschleuse) sind vorhanden. Nach einiger Zeit öffnet sich der Seitenarm und gibt den Blick aud die Altstadt von Brandenburg frei. Noch etwas Kanalstrecke und ab geht es durch die Mini Schleuse. Wieder auf dem Havelhauptarm geht es dann nach rechts an der Kirche vorbei und unter der Hauptstrassenbrücke hindurch um beim Kilometer 57 in einen kleinen Seitenkanal zur Kanustation des Vereins direkt am Dom zu gelangen. Nach einem kurzen Anruf kam Carsten angeradelt und übergab uns die Schlüssel zum Gelände und den Dusch- und Toilettencontainern. Schöne Zeltwiese mit Blick auf die gegenüberliegenden Laubengrundstücke und den Dom.

Nach dem Zeltaufbau und einer heissen Dusche haben wir uns in die Stadt aufgemacht, Gaby ist noch zum Friseur, ist dort billiger als in Berlin und wir haben noch ein klein wenig die Altstadt erkundet. Die Stadt an sich ist nicht so der Hit, dafür ist die Umgebung aber sehr schön und man könnte hier durchaus noch weit mehr Zeit verbringen. In der unmittelbaren Nähe gäbe es da noch den Beetzsee, den Plauer See und den Breitling See zu erkunden. Na ja vielleicht ein andermal.

So ging es am nächsten Morgen wieder zurück, diesmal zunächst mit Rückenwind und wir hatten uns vorgenommen etwas weiter zu paddeln, damit Gaby am Sonntag nicht mehr soviel paddeln musste, um am Montag wieder fit für die Arbeit zu sein. Am Kilometer 31 muss gerade ein Angelwettbewerb gewesen sein, so auf einer Länge von ca. 3 km saß ein Angler neben dem anderen. Wir sind auf der entgegengesetzen Seiten gepaddelt, nicht dass ein Angler sich gefreut hätte mit Gaby's Barracuda oder Burkhard's Barramundi einen ganz großen Fisch an der Angel zu haben. Gegenüber dem Fahrländer See haben wir dann wild gecampt und hier fing es auch das erste Mal am Abend an zu regnen.

Leider kündigte sich damit auch schlechteres Wetter an, welches die ansich nur noch ca. 20 km am folgenden Tag doch nicht so gemütlich werden liessen. Der Wind frischte auf Stärke 5 und in Böen noch stärker und drehte auch noch auf Nord/Nordwest,so das wir nun den ganzen Weg nach Hause ab der Pfaueninsel ordentlich Gegenwind hatten. Da die Havel genau in Nordrichtung verläuft hatten wir auch noch Wellen von 50 cm und höher. So schlimm hatten wir das noch nie erlebt auf dieser Strecke. Teilweise ist man überhaupt nicht vorangekommen oder wurde gar zurückgetrieben, dann setze auch noch Hagel ein und wir mussten des öfteren eine Pause einlegen. Das rettende Ufer ist ja hier nicht fern. Das ist auch hier immer wieder eine güte Übung für die geplanten Touren auf dem Meer. Wir fragen uns nur wo sind die anderen Paddler, sind doch gerade solche Wetterbedingungen wie geschaffen um die Bootsbeherrschung zu erlernen oder zu verbessern. Hervorragend bewährt haben sich damit auch unsere Trockenanzüge, die uns gut warmgehalten haben.

Zurück zum Verein haben wir noch das Zelt getrocknet, unseres ganzen Gerödel verstaut, heisse Schokolade und Kuchen genossen um anschliessend nach Hause zu radeln. Auch dies wieder eine sehr schöne Tour, wenn auch am Folgetag die Anstrengung deutlich zu spüren war.