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Nachdem Gaby mal außerhalb der Osterferien Urlaub hatte, entschieden wir uns dem trüben Wetter in Berlin zu entfliehen und buchten einen Flug bei Easyjet nach Sardinien und dazu gleich einen Mietwagen für eine Woche über das Internet.

Los ging es von Berlin Schönefeld, wir durften selbst am Automaten einchecken und es war übervoll, da diverse Flüge in alle Richtungen früh gingen. Unser Flug war jedoch just in time und wir kamen bei schönstem Wetter in Sardinien an. Also gleich zur Mietwagenstation, alles ganz leer und ruckzuck waren wir auf der Landstraße Richtung Süden. Mit einem Upgrade Fiat Punto Diesel haben wir dann für 1300 km die Insel im Uhrzeigersin umrundet und die Schönheiten genossen. Die Strassen, Strände und kleinen Städte noch völlig leer, so lieben wir es, zur Hauptsaison muss es dort allerdings schrecklich sein.

Gleich kurz hinter dem Flughafen kommt ein großer Auchan Supermarkt, hier kann man sich mit dem Nötigsten eindecken. So ging es dann über Porto San Paolo mit dem riesigen vorgelagerten Tavolarafelsen nach San Theodoro wo wir am schönen weissen Sandstrand langschlenderten, Sonne immer über 20 Grad, blühende Landschaften, blauer Himmel, blaues Wasser so hatten wir uns das vorgestellt.

Weiter die Küstenstraße entlang, alles sehr kurvig und bergig, so daß der Fahrer von den wunderschönen Ausblicken nicht allzuviel hat. So legten wir etliche Stopps ein, um die Umgebung zu erkunden. La Caletta, Oresei mit Stadtbesichtung waren die nächsten Stationen bevor es in die Berge ging über Dorgali nach Arbatax wieder an das Meer. Beeindruckend die Felsformationen, Berge bis 1800 m hoch. Auch hier wieder schöne Rastplätze mit Aussicht, die zur Pause einluden.

In Arbatax mussten wir natürlich die berühmten roten Porphyrfelsen besichtigen, die in jedem Reiseführer herausgestellt werden. Da wir Camper sind wollten wir eigentlich den Camping Cocorocci benutzen, der war aber leider noch geschlossen wie die meisten aller Plätze im Frühling. Schön gelegener Platz am Ende einer Straße, die Plätze an den Durchgangsstraßen würden wir meiden, viel zu laut. Also weiter Richtung Cagliari wieder ins Landesinnere, hier werden weiter Autobahnen in die Landschaft gebaut, schade eigentlich wie die Landschaft verschandelt wird.

Cagliari die Hauptstadt haben wir rechts liegen gelassen, wie auch jede andere größere Stadt auf Sardinien, haben kurz die Scharen an Flamingos in den Inlets betrachtet, die sich offenbar an Industrie und starkem Verkehr nicht stören. Wir schon also schnurstracks weiter die Küste über Noro zur Costa Sud und hier wieder wunderbare Aussichten auf das Meer, das in mehreren Blau und Grüntönen schimmerte. Zwischendurch haben wir uns immer mal auf Märkten versorgt, schließlich kann man sich das teure Essen in den sardischen Restaurants nicht immer leisten.

Weiter ging es dann auf die Insel San Antioco über einen Damm durch die Stadt Sant Antioco und ins Landesinnere zum Camping Tonnara. Da mal wieder die Ausschilderung nicht gegeben war fuhren wir hier eine Strasse, die wohl sonst nur von den Einheimischen benutzt wird, zum Glück kamen uns nur zwei Fahrzeuge entgegen. Auf dem Campinggelände bekamen wir dann einen Platz in erster Reihe und waren zunächst völlig allein. Zum Abend kam nur noch ein französischer Vater mit seinen beiden Söhnen, so daß die Nachtruhe gesichert war.

Am nächsten Tag ging es dann weiter wieder durch das Landesinnere dieses mal vorbei an vielen, nicht mehr aktiven Bergbaustädten wie Iglesias, Ingurtuso zur Costa Verde. Hier änderte sich das Küstenbild, statt der unterschiedlichen Felsformationen nun riesige Dünen. Hier wird auch gerade fleißig gewerkelt um sich auf den Touristenstrom vorzubereiten, zu unserer Zeit aber alles noch schön leer. In der Saison darf man hier wohl für alles mögliche bezahlen. Vorbei an verfallenen Bergwerksgebäuden, wir haben sie Lost City getauft, führte unser Weg dann zur Sinishalbinsel mit dem Tharros Turm zum Camping Nurapolis. Auch der wieder schön ruhig am Ende einer Straße und direkt am Meer.

Am nächsten Tag ging es dann nach Bosa und weiter nach Alghero, die Strecke eines der vielen Highligts auf der Tour. Bosa mit wunderschöner Altstadt und darüberliegendem Castell, dem Fluss Temo, sehr idyllisch alles, nur durch die engen Gassen mit dem Auto schlängeln war nicht immer ganz einfach. Der Campingplatz in Alghero leider direkt an der Durchgangsstraße und ziemlich laut, dafür konnte man aber in einer halben Stunde in die Altstadt von Alghero laufen, die mit umlaufender Stadtmauer und etlichen Wehrtürmen, riesigen Hafen und erstmalig großer Restaurantauswahl was für Leib und Seele bot.

Nachdem wir diese Nacht etwas weniger geschlafen hatten, stand am nächsten Tag die Besichtigung der Neptunsgrotte (Grotta die Nettuno) an. Für 10 Euro Eintritt durfte man 640 Stufen herunter, steil an den Felsen lang und nach Besichtigung der Höhle natürlich wieder hinauf, also nichts für Herzkranke. Zum Glück waren wir für die Führung um 10 Uhr dort, so daß noch keine Sonne auf der Treppe stand, etwas später oder im Sommer dürfte es da schön anstrengend werden. Die Höhle ansich ganz interessant, aber wenn man bereits viele Höhlen auf der Welt gesehen hat, wiederholt sich natürlich vieles.

Weiter ging es Richtung Sassari, wo wir uns dank schlechter Ausschilderung mal wieder verfahren hatten, die Stadt wollten wir eigentlich garnicht sehen, kamen aber letzendlich doch auf die Küstenstraße des Asinara Golfes nach Castelsardo. Auch hier wieder schöne Stadt mit Hafen und natürlich der berühmte Elefante Rocco in der Nähe, der musste noch auf die Platte. Weiter ging es nach Palau zum Camping Acapulco, wieder mit Platz in der ersten Reihe, die Küste hier mit Granitfelsen versetzt, wieder ein anderer Anblick. Der Platz hat uns sehr gefallen, aber auch nur wieder für die Nebensaison, haben auch wie so viele andere Plätze Wohnwagen zu vermieten für die etwas Komfortbedachten. Vor Palau vorgelagert der Nationalpark mit vielen Inseln und natürlich nicht zu vergessen der berühmte Bärenfelsen. Wir sind vom Campingplatz dahin gelaufen(3 h hin u.zurück) und haben die Gesteinsformationen genossen.

Hier haben wir zwei Nächte verbracht, sind mal einen Tag kein Auto gefahren und durch die Stadt und die beiden Hafengebiete geschlendert bevor es am nächsten Tag über die Costa Smeralda wieder nach Olbia zurück ging. Im Hafen von Porto Cervo lagen so einige Dickschiffe für etliche Millionen, auch hier werden aber zur Saison noch ganz andere Boote liegen. Der Hafen an sich ziemlich steril voller Beton, alles Videoüberwacht, nicht so unser Geschmack. Die Upper Class wird das alles aber wohl brauchen.

Insgesamt ein gelungener Urlaub nach unserem Geschmack, wir kommen ganz sicher wieder.