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Nachdem wir bisher nur die türkische Riviera mit Side und Alanya kennengelernt hatten, wollten wir diesmal für eine Woche in ein Hotel in der Region Kemer. Da wir das letzte Mal im Rahmen unserer Weltreise 2001 für drei Monate in Side/Hemera wohnten, waren wir gespannt was sich so alles verändert hat. Über die Hotelbewertungen im Internet in Verbindung mit einer Last Minute Buchung (Gaby hatte überraschend eine Woche mehr Urlaub bekommen) sind wir dann im Hotel Sultans Beach gelandet in Kemer Ortsteil Camyuva.

Über die technischen Details informiert die Webseite des Hotels Sultans Beach.

Die Hotelbewertungen im Netz fast ausschließlich voll des Lobes, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich unterschiedlich.

Nach einem kurzen Transfer über Berg und Tal vom Flughafen Antalya von ca. 1,5 Stunden waren wir schon vom Anblick des kleinen Hotels begeistert. Klein und überschaubar mit nur 138 Zimmern würde da nicht nur einfach ein Hotel Block in die Landschaft gesetzt, sondern ein nett anzuschauender Bau im Osmanischen Stil mit vielen liebvollen Details. V-förmig angelegt dürfte man von allen Zimmern ab dem zweiten Stock seitlichen Meerblick haben und zum Teil so wie wir auch Blick auf die Kulisse des Taurus Gebirges. Natürlich noch alles vom Feinsten, wurde das Hotel wohl erst im Juni 2003 fertig gestellt. Schön auch dass das Hotel nicht an der Hauptstraße liegt, zum Strand muss man auch nur über eine Sackgasse ohne Verkehr.

Das Gebirge quasi so nah, lädt es geradezu ein zu einigen Spaziergängen in das Landesinnere. Meer und Berge was will man mehr.

Da wir nicht zu den Urlaubern gehören, die außer dem Hotel nichts weiter sehen haben wir also die nähere Umgebung zu Fuß erkundet und einige Kilometer dabei zu Fuß zurückgelegt. Beschwerlich allerdings die Wanderungen auf dem überall vorhandenen Kiesstrand. Wer etwas schmerzempfindlich ist sollte sich auch zum Baden Schuhe mitnehmen. Das Wasser zu unserer Zeit Mitte April mit 17 Grad nicht gerade warm, aber wann man erst mal drin war lies es sich aushalten. Glasklares Wasser hier gereicht der Kiesstrand wiederum zu Vorteil, dass allerdings sehr schnell abfällt. Irgendwo gab es da auch Sandfliegen, wir haben es nach unserer Rückkehr bemerkt.

Das Essen morgens, mittags und abends in Buffetform war dem Preis angemessen, auch wenn wir schon bessere Buffets hatten. Im All-Inklusive Preis auch Softdrinks und einheimische Alkoholika enthalten, nachmittags gab’s noch Tee, Kaffee und einiges Gebäck. Die warmen Speisen hätten zu den Mahlzeiten wärmer sein können, was sie gemacht haben war aber immer sehr schmackhaft und zu mindestens für die eine Woche die wir dort waren ausreichend abwechslungsreich. Wer über das übliche hinaus etwas anderes haben wollte wie z.B. Forelle oder Fischplatte konnte dieses in den letzten Tagen gegen Euros zusätzlich bestellen. Etwas gewöhnungsbedürftig für uns auch, dass man die Getränke zu den Mahlzeiten selber holen musste einschließlich Wein aus der Wand. Ab einer gewissen Trinkgeldhöhe wurden die Getränke dann auch gebracht.

Negativ für uns war, dass es im Hotel sehr laut war. Die Zimmer sind doch recht hellhörig was für den Baustil mit den dünnen Wänden ja an sich nichts Besonderes ist. Aber hauptsächlich störend war die im Hause befindliche Disco, die gegen Eintritt auch von außerhalb besucht wird. Auf Lärmschutz hat man hier wohl keine Rücksicht genommen, so dringen die Geräusche über das Treppenhaus zumindest bis zu den ersten Zimmern auf den Fluren stark durch. Vielleicht ist es in den hinteren Zimmern besser, aber da die Disco erst um 23.30 Uhr öffnet kommen die Besucher natürlich entsprechend spät wieder. Rücksicht ist für viele ein Fremdwort, so wird laut palavernd über die Flure gezogen und statt die Tür leise durch Drücken der Klinke zu schließen wird die Tür zugeknallt.

Wir könnten uns auch nicht vorstellen während der Saison dort Urlaub zu machen, weil dann durch die doch sehr nah stehenden Nahbarhotels und dem dann auch besser besuchte Terassenbereich bis spät in die Nacht sich der Lärm verstärken wird. Selbst im angegliederten Ruheraum zur Sauna wurde man mit an sich angenehmer Musik derart stark beschallt, dass der dort befindliche Springbrunnen nicht mehr zu hören war.

Der Service im Hotel super, das Personal sehr freundlich. Man hat uns nach unserer Beschwerde am dritten Tag wegen des Lärms sogar einen Umzug angeboten und Mängel an der Toilettenspülung wurden umgehend behoben.

Nach Kemer kommt man gut mit dem Dolmus für 1.750.000 Lira oder 1,50 Euro pro Person und Strecke. Montags ist hier Markttag, weshalb wir dahin sind, nicht unbedingt um etwas zu kaufen, denn irgendwer hat in den letzten Jahren die Preise verdorben. Dienstleistungen wie Friseur, Massage sind mittlerweile genauso teuer wie in Deutschland obwohl die Angestellten weit weniger verdienen als hier. Das gleiche gilt für einige Artikel. Wir haben uns trotzdem etwas schwarze Pfefferkörner und Safran gekauft, das war weit billiger als hier. Na ja wie auch hier, man muss sich halt umschauen und vergleichen, wenn man nicht gerade Krösus ist.

Die im Preis enthaltenen Ausflüge nach Antalya haben wir nicht genutzt, weil das nur Verkaufsfahrten sind in irgendwelche Fabriken. Wer will kann ähnlich wie von Side/Manavgat aus von Kemer mit dem Expressbus für 3 Mio. nach Antalya auf eigene Faust, muss dann aber dort auch noch vom Busbahnhof in die Altstadt.

Fazit für uns, außerhalb der Saison lohnt sich der Besuch vorausgesetzt man bekommt Zimmer weiter hinten möglichst in der dritten Etage.