Spanien Weltreise 2001
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Buenos dias, hola, da waeren wir also in Spanien. Fuer neun Wochen haben wir vom 30.4. bis zum 1.6. ein Appartment in Calpe zwischen Alicante und Valencia gebucht.

Die Anreise haben wir selbst organisiert. Mit dem Flieger Air Berlin mit Zwischenstop in Palma de Mallorca nach Alicante. Beide Flugzeuge waren voll bis auf den letzten Platz. Ist schon enorm was die Leute so verreisen. Vom Flugplatz in Alicante sind wir dann mit den oeffentlichen Bussen nach Calpe.

Die Fahrt eine wunderschoene Kuestenstrasse entlang war angenehm, aber mit Schrecken haben wir die vielen Hotelburgen wahrgenommen und es wird immer weiter gebaut. Besonders schlimm ist es in Benidorm.

Unser 56 qm Appartment liegt zum Glueck in einer ruhigen separaten Bucht in der Urbanisation La Manzanera (Cala la Manzanera). In der Bucht selbst gibt es zwar keinen Sandstrand, aber zum Hauptstrand von Calpe sind es von dort nur 5 Minuten, zum Teil ueber Felsen. Dort sind wir allerdings nicht zu oft, ist uns viel zu viel Trubel. Angenehm auch der Weg die km lange Strandpromenade entlang bis zum Hafen von Calpe am Penon de ifach. Wer mag kann dahinter auch noch weiterflanieren. Fuer den ganzen Weg brauchen wir allerdings locker eine ganze Stunde, bei Gegenwind ein ausreichendes Fitnessprogramm (Powerwalking).

Unser Aufenthalt hier ist natuerlich wesentlich ruhiger als in der Tuerkei, kein regelmaessiges Programm, keine Animation, aber trotzdem nicht langweilig.

Wir fruehstuecken auf unserer Terasse bei aufgehender Sonne, na gut manchmal ist es so spaet, da ist sie schon laengst aufgegangen. Dabei geniessen wir den Blick auf das Meer und auf den Penon de Ifach. So um 11.oo Uhr haben wir dann keine Sonne mehr auf der Terasse, dann muessen wir uns was ueberziehen, denn fuer oben ohne ist es im Schatten noch zu kuehl. Meistens machen wir uns dann auf den Weg zum Einkaufen, zum Essen (hier empfehlen wir die Restaurants im Hafen, Menues incl. 1 Liter Sangria fuer ca. DM 13,00 pro Person und der Fisch dort ist super und vielfaeltig oder fuer Sonntags den Chinesen dort mit Blick auf den Hafen von oben mit Buffet also all you can eat fuer ca. 12,00 DM plus Getraenke pro Person) oder wir legen uns an unseren Pool, wo den ganzen Tag Sonne ist. Gelegentlich liegen wir auch am Strand. Allerdings nicht zu Ostern, da kann man nicht ruhig liegen, ohne das ein Kind ueber mein langes Bein stolpert oder ein Ball auf uns faellt.
Was gibt es von Calpe sonst zu sagen?

Calpe liegt an einer sanft geschwungenen Bucht, die im Norden vom imposanten Massiv des Felsens von Ifach, dem Wahrzeichen der Costa Blanca abgeschlossen wird. An den Abhaengen dieses zum Naturschutzgebiet erklaerten Felsstocks wachsen zahlreiche seltene Pflanzensorten, wie die Fels-Skabiose, der Gamanda und die Ifach-Silene. In den Steilwaenden nisten, abgesehen von vielen anderen Voegeln, Wanderfalken sowie eine grosse Moewenkolonie. Der 332 m hohe gigantische Felsblock schiebt sich mit der Carallot-Spitze weit ins Meer hinaus. Am Fusse des Felsens liegt der Jachtclub und der Fischerhafen, wo die Fischerflotte jeden Tag ihren kostebaren Fang ablaedt. Der Fisch wird anschliessend frisch bei einer Auktion versteigert. Touristen koennen dieser Auktion von einer Gallerie ueber dem Touristenbuero im Hafen beiwohnen. Da sieht man dann auch sehr schoen mit welchen Aufschlaegen der Fisch in den Geschaeften oder Restaurants verkauft wird. Von Fischern lassen wir uns auch etwas fangfrischen Fisch geben, den wir als Futter zum angeln nehmen, bisher allerdings nur mit wenig Erfolg, obwohl die Fische hier wesentlich zahlreicher sind als in der Tuerkei.

Der Felsen ist ebenso ein Treffpunkt fuer Bergsteiger oder Taucher aus aller Welt. Auf den Gipfel gelangt man ueber einen Wanderweg, der durch einen Tunnel unter dem Gestein fuehrt. Von hier oben hat man einen herrlichen Rundblick und kann an klaren Tagen sogar bis nach Ibiza schauen. Fuer das Schutzgebiet selbst gelten eingeschraenkte Besuchszeiten. Eine Naturaula ist jederzeit geoeffnet, dort gibt es Filmvorfuehrungen und sonstige Informationen. Zu den Fuessen des Hausberges von Calpe liegen die ehemaligen roemischen Salinen, die heute allerdings wohl nicht mehr die Bedingungen aufweisen, die ehemals fuer Flamingos und Reiher ideal waren.
Entlang der Promenade, die auch zum Teil um den Felsen herumgeht gibt es daneben noch diverse Ausgrabungen zu Bestaunen unter anderem ehemalige Baeder von Koenigen und Kaisern, die direkt in das Meer gebaut wurden.

Natuerlich kann man auch durch die Altstadt mit ihren typischen vom Mittelmeer gepraegten Gassen laufen mit Mauerfresken und Wandmalereien. Lohnenswert auch der Besuch der dortigen Museen und der Kirche San Salvador auf einem Huegel mit weitem Blick ueber das Meer und das Hinterland.

Zu Ostern und bereits am Palmsonntag gab es hier Prozessionen und wir mitten drin. Daneben gab es in der Altstadt einen mittelalterlichen Markt mit traditioneller Handwerkskunst (Brotbacken, Schinkenrauechern, Schokoladenherstellung). Don Quiochote und Sancho Pansa waren nebst Rosinante vertreten. Wer hier keine Zeitungen liesst, der hat das eventuell nicht erlebt, es soll wohl Touristen geben, die nie in der Altstadt waren, die zwar auf einem Huegel liegt, aber hinter den Hotelburgen voellig verschwindet. Schade eigentlich.
Abend sitzen wir dann auf unserer Terasse bei einem Glasel Wein, sehen die einlaufenden Fischerboote und wie sich der Penon de Ifach durch die untergehende Sonne in rotes Licht taucht.

So, neun Wochen Spanien sind vorbei, die Zeit vergeht wie im Flug und wir sitzen im Flieger, diesmal direkt von Alicante nach Berlin. Wir haben hier noch einige Ausflüge unternommen unter anderem einen nach Benidorm, der Hochburg an der Costa Blanca. Hatten wir auf der Hinfahrt ja bereits die Hochhäuser mit Grauen betrachtet, mussten wir uns für einen Tag das Ganze nochmals von nahem ansehen. Wir wagten uns in der Woche nach Ostern dorthin und in der Tat wir wurden nicht enttäuscht.

Auf der Strandpromenade konnten wir kaum treten, der Strand war ziemlich voll, ein kleiner Vorgeschmack wie es hier im Sommer sein muss. Zum Ansehen ganz nett und wer Nightlife braucht kommt an Benidorm nicht vorbei, aber dort leben, das muss nicht sein. Besucht mal die Show mit Abendessen im Benidorm Palace, geht auf den Altstadthügel, wo ihr von mehreren Terrassen einen schönen Blick auf die links und rechts liegenden Strände habt. Wer sich für Unterwasserwelt interessiert sollte einen Ausflug mit dem Glasbodenboot machen. Wir waren von der Unterwasserwelt allerdings ziemlich enttäuscht, haben auf dieser Welt schon besseres gesehen. Ist wohl alles zu verdreckt hier. Passend zu Ostern hatte ein Strandkünstler die zwölf Apostel nachgebildet, tolle Arbeit, schaut euch mal das Foto an.

Ein weiterer Ausflug führte uns nach Denia, wo es in letzter Zeit viele Deutsche hinzieht, der Kalle von 7 Tage/7 Köpfe hat sich kürzlich dort ein Haus zugelegt. Die Preise sind allerdings gesalzen für unseres Erachtens minderwertige Qualität, wenn man sich die Baubeschreibungen so anschaut.

Interessant in Denia ist die Burg genau im Zentrum auf einem Hügel gelegen, umgeben von der Altstadt, die jedoch auch hier von Hochhäusern zugebaut wurde. Die Beschreibungen und Austellungen auf der Burg gewähren einen interessanten Einblick in die Geschichte beeinflusst durch Römer, Muslimen und Christen. Daneben hat man von der Burg einen schönen Rundumblick Erwähnenswert ist noch der Hafen, hier liegen Boote, die sonst nur in Luxusorten wir nizza, Cannes o.ä. Zu finden sind. Wenn wir das so sehen kann man nie genug Geld haben. Ruckzuck sind 10 Millionen weg für ein Anwesen hier, ein Boot, tolle Autos und den Unterhalt für das alles. Na immerhin wir sind auch hier, und viele schöne Dinge im Leben kosten keinen Pfennig.

Übrigens wer Zeit hat (...nichts für uns!!??), der kann von hier aus auf die Balearen, nette Kreuzfahrt, haben den Pott mal aufgenommen, starke Leistung vom Kapitän, wie der den Kahn in dem ansich kleinen Hafen manövriert hat. Wir haben dann noch eine Fahrt mit der Schmalspurbahn unternommen, die zwischen Alicante und Denia verkehrt. Es geht durch Obstplantagen, Mandelbaumplantagen und durch kleine Dörfer und das alles ohne Stau. Die Küstenstrasse war zu unserer Zeit bereits ziemlich voll, im Sommer soll das alles noch viel schlimmer werden, dann noch die Motorradfahrer dazu, die hier wegen der vielen Kurven langknattern. Und trotzdem gibt es Leute, die direkt an dieser Strasse Häuser kaufen oder bauen, einfach unvorstellbar.

Weitere Ausflüge führten uns noch nach Moraira und Altea, Städtchen, die bisher noch nicht so zugebaut erscheinen. Wir besichtigten die nette Altstadt, saubere Häfen, wo tatsächlich grosse Fischschwärme zu besichtigen waren im Gegensatz zu unserem Calper Hafen. Angeln ist dort aber auch verboten. Durch Altea geht dann auch die Nationalstrasse, was den Eindruck trübt. In Altea werden aktuell direkt im Meer liegende Aufzuchtstationen für Fische eingerichtet nach norwegischem Vorbild. Wenn die Fische gross genug sind, werden sie auf das offenen Meer geschleppt und dort freigelassen. Na vielleicht hilft es ja der Fischerei hier.

Wir selbst haben ab und an auch einen grossen Fisch herausgeholt, der was zum Zubereiten war. Hätten wir allerdings davon leben müssen wären wir verhungert. Das ist wie immer, angeln ist ein schönes Erlebnis mit schöner Aussicht (... ab und an kamen nette Jungs und Mädels vorbei) , und wenn man dazu noch einen Fisch fängt ist das ein Bonus.

Übrigens, man muss nicht nur am Strand herumhängen, es lässt sich hier auch ganz gut wandern, geht auf den Calper Felsen oder die umliegenden Berge. Zieht aber gutes Schuhwerk an, es geht teilweise ganz schön zur Sache und schwindelfrei sollte ihr auch sein. Ihr werdet dann aber mit wunderbaren Ausblicken belohnt und habt keinen Massenverkehr. Wenn wir unterwegs auf diesen Touren viel getroffen haben, waren es 2 - 4 andere, die ebenfalls nicht nur ihr Appartment und den Strand kennenlernen wollten.

In Calpe war sonst auch noch einiges los. Anfang Mai gibt es hier die Feierlichkeiten ?Maikreuze?, wo Kreuze mit Blumen geschmückt werden, dazu Umzüge veranstaltet werden und Tanzvorstellungen geboten werden. Dann treffen sich wohl zweimal im Jahr Vertreter der Mauren und Christen, ein Farbenfrohes Spektakel, welches im Oktober mit Anlandung von Booten noch viel imposanter sein soll. Verbunden wurde das ganze mit einem Paellawettkochen in der Altstadt. Im Restaurant haben wir Paella auch probiert, ist aber nicht unser Fall, Gaby's Reisgerichte mit Fisch sind besser. Was ihr aber unbedingt probieren solltet sind die spanischen Tapas, sehr delikat. (Schaut hier mal auf das Foto, da seht ihr Burkhard noch mit seinen langen Zotteln). Die Taberna Gallega hat uns in Calpe ganz gut gefallen. Und immer wieder unser Ratschlag, esst Fisch, fangfrisch auf den Teller. Es gibt nichts besseres.

Natürlich gibt es auch negatives zu berichten. Immer noch gibt es Strom und Wasserprobleme (...wen wundert das bei dem Bauboom?). Die spanische Sprache ist schrecklich, besonders die Frauen hören sich an wie Waschweiber oder Marktschreier. Auffallend hier auch die vielen Hundebesitzer, die sich um die Hinterlassenschaften nicht kümmern. Verbunden mit den schmalen Bürgersteigen hier bedeutet das Slalomlaufen. Die örtlichen Busse fahren teilweise mit bis zu 30 Minuten Verspätung und die Spanier können kaum englisch. Auch in Museen alles nur in spanisch, da muss man wohl die Sprache lernen, was viele von den hier lebenden Deutschen auch tun.

So freuen wir uns nun auf unseren Flug zu unserem Lieblingsziel auf der anderen Seite dieser Welt Australien/Neuseeland. Am 10.6. geht es über Kuala Lumpur/ Malaysia nach Darwin, von wo aus es in einem halben Jahr nach Perth/Western Australia gehen soll. Und dann sehen wir weiter.

Ihr lest von uns

Hasta la vista, adios Burkhard und Gaby