Türkei Weltreise 2001
Oslo-Fjord
Griechenland, Kefalonia, Myrtos Beach
Westschwedische Schären
Stockholm
Paris
Venedig
Tegernsee Wallberg

Die Reise in die Türkei ist gebucht. Am 2.1.2001 geht der Flieger von Berlin nach Antalya/Side. Rückreise ist am 27.3.2001.

Hos Geldinez, herzlich willkommen, Merhaba

Unser Hotel Hemera liegt direkt am himmelblauen Mittelmeer, auf einer Fläche von 40.000 qm. Die Zimmer sind voll klimatisiert, haben durchgehend warmes Wasser, Telefon, Balkon mit Meerblick, Minibar, Tv.

Hier ist eine wunderbare Urlaubsatmospäre geschaffen worden. Das Club Hotel Hemera hat seinen Namen von den Sonnenstrahlen. Das saubere blaue Wasser des Mittelmeeres und die antike Stadt Side (ca. 3 km entfernt) mit ihrer reichen Geschichte ermöglichen einen Urlaub in vollkommenen Komfort.

Das alles inclusive Paket enthält offenes Frühstücks-, Mittags- und Abendbuffet. Zwischendurch gibt es Snacks, Kaffee, Kuchen, Eis an diversen Bars. Dazu sind alle einheimischen Alkoholika und alkoholfreien Getränke enthalten.

Abgerundet wird das Ganze durch ein reichhaltiges Sportangebot, so dass einiges von an angegessenen Pfunden wieder wegtrainiert werden kann.
Tennisplätze, Hallenbad, türkisches Bad, Fitnesscenter, Sqash, Tischtennis, Beachvolleyball, Aerobic, Kanu, Tretboot, Windsurfing können genutzt werden.

Abends und am Tag besteht darüberhinaus Gelegenheit an diversen Annimationsprogrammen teilzunehmen.

Die benachbarten Hotels Arum und Cenneth gehören mit zu deren Hotelkette, so dass auch deren Anlagen auf Anfrage mitbenutzt werden können. So kommen wir noch in den Genuss einer Sauna, eines Minigolfplatzes und vieles mehr.

Langeweile kann so also garnicht aufkommen, wir vermissen die Arbeit bisher noch nicht.
Ankunft am 2.1.2001 Dienstag, wir sind am Ziel. Hotelzimmer haben wir wie gewünscht bekommen, Nummer 816, ganz oben mit Meerblick und nur einen Nachbarn, bisher ruhige Rentner. Die Buffets wie erwartet reichhaltig und fuer jeden ist etwas dabei. Plötzlich sind wir Millionaere. 50 DM sind 16 Millionen Lira. Auch ein Internetcafe gibt es in Side, allerdings mit 1,5 Mio Lira die Stunde doppelt so teuer wie in Alanya. Die Fahrt mit einem Minibus (Dolmos) nach Manavgat kostet ca.6 km 500000 pro Person.

Das Wetter ist bisher sehr schön, ca. 8 Stunden Sonnenschein, blauer Himmel, blaues Meer, was will man mehr. Regentage hatten wir bis heute dem 16.2.2001 auch nur 4 Stück, so ist es wenn Engel reisen, der Durchschnitt laut Reiseprospekt betraegt sonst ca.10 Tage pro Monat.

Vom Hemera Hotel laeuft man 3 km am Strand bis nach Side,eine kleine Landzunge im Meer. Dort gründeten die Griechen im 7. Jahrhundert vor Christi eine Hafenstadt. Unter den Römern wurde sie zu einem florierenden Sklavenmarkt. Ausgrabungen brachten allerlei Gebaeudereste zutage, darunter ein gut erhaltenes Theater mit 51 Sitzreihen und eine römische Therme mit Anlagen zum Kalt-, Warm- und Dampfbaden. Darin richtete man ein Museum ein. Neben zahlreichen Statuen zeigt es auch zwei kunstvoll bearbeitete Sarkophage. Ursprünglich waren es die Ausgrabungen, die Fremde anzogen. Inzwischen sind es die langen Sandstraende links und rechts der Halbinsel. Sie machen aus dem ehemaligen Fischerdorf in der Saison einen lauten Touristenort. Gut, dass wir dann nicht mehr da sind.

In Side gibt es einen Markt, Postamt, Hafenanlage mit vielen alten Holzbooten und einen Leuchtturm. Berühmt fuer Side ist auch der Apollo und Athena Tempel.

Die Inschrift von Münzen und andere Beweise lassen darauf schliessen, dass die Tempelkonstruktionen nahezu Zwillinge waren. Der Tempel von Apollo und Athena sind die Beschützer von Hafen und Schifffahrt. Aufgrund ihres Stiles können sie dem letzten Teil des zweiten Jahrhunderts zugeordnet werden. Beide waren umgeben von 6 Saeulen an der Front und der Rückseite und 11 an den Seiten. Beide hatten im Front eine Kammer oder Kultraum und einen Hauptraum (Keller). Sie sind der grösste Fund in Side und nehmen einen grossen Teil des Hafens ein.

Im Hafen von Side haben wir geangelt, aber bisher nur wenig Glück, nur kleine Minifische herausgeholt. Das Mittelmeer scheint ziemlich abgefischt zu sein. Selbst ein Fischhaendler im Hafen von Side, der uns sogar Tintenfisch als Köder umsonst gab, meinte beim Betrachten seiner Auslagen durch uns "Meer kapuuut". Auch die Fischer bringen kaum was rein, obwohl sie mit engmaschigen Netzen fischen, die eigentlich wohl verboten sind. Trotzdem sind sie nett und gastfreundlich und laden uns auf ihre Boote ein. Charlie gab uns sogar Haken und ein Bleigewicht, schnuerte uns das ganze fachgerecht zusammen, aber auch das half nichts. Wir haben ihm dann ein Bier ausgegeben, damit er seinen Kummer runterspülen kann.

So angeln wir nur zum Spass vor toller Kulisse, zum Glück gibt es im Hotel genug Fisch zu essen.

Ein Kurzausflug geht von Side nach Manavgat.Das Treiben auf dem Markt und die Vielfalt des Angebotes sind erlebenswert.Der Markt befindet sich in einer verkehrsberuhigten Zone. Wenn der Muezzin ruft bleiben alle stehen, fuer wenige Minuten ruht die Arbeit, als Gaeste beachten wir diese Gebetsminuten und bleiben ebenfalls stehen und schwatzen nicht weiter. Um zu den Wasserfaellen zu gelangen muss man keine Tour buchen. Es geht zu Fuss 5 km hin und 5 km zurück, per Boot oder mit Dolmos. Man darf keine gigantischen Wasserfaelle erwarten. Dennoch lohnt sich ein Ausflug dorthin. Am Wasserfall ist es kühl und schattig, ein kleines Restaurant liegt auf Felsterassen über dem Fluss.Im Sommer wird Wasser für ein Vorratsbecken für die Bewaesserung der Felder abgezweigt, dann bleibt nur ein kleines Rinnsal übrig. So sind wir also jetzt wieder zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Auch im Manavgatfluss kann vergebens geangelt werden.

Ja und so ist in etwa unser Tagesablauf:

8-9 Uhr Frühstück
< 10 Uhr Gymnastikanimation, danach geht es zum Boccia am Strand
11 Uhr Beachvolleyball, danach schnell noch zum Bogenschiessen
12 Uhr eine Runde Billiard geht noch bevor es 12.30 Uhr zum Mittagessen geht
dann ýst etwas Zeit für die Sauna, türkisches Dampfbad oder Massage bevor um 14.30 Uhr die Snackbar eröffnet.
15 Uhr heisst es schon wieder Beachvolleyball, wenn dann der Wind auffrischt bleibt noch Zeit für den Lenkdrachen, denn ab 16.00 Uhr gibt es schon wieder Kaffee, Tee, Kuchen und Eis zum Schlemmen.
16.30 Uhr ist Aerobicanimation und Tischtennis und Fittnesstraining an ausreichend vorhandenen Kraftsportgeraeten angesagt. Wer will kann sich noch mit Tennis, Squash oder Minigolf amüsieren.
Dann aber ab unter die Dusche, ab 19.00 Uhr stürmem wir bereits das Abendbuffet, oder geniessen ein Essen im türkischen Restaurant oder Fischrestaurant. Hier schwatzen wir mit den Nachbarn über dieses und jenes.
Wir sind hier mittlerweile sowohl bei den Alten wie auch beým Personal bekannt wie ein bunter Hund. Sind alle ganz erstaunt ob unseres Ausstiegs, na ja mit 65 auf Rente und dann 3 Monate im Hemera kann schliesslich jeder. Aber wir schweifen ab.
Nach dem Abendbuffet gehen wir in die Aquarium oder Lobbybar, wo wir Sekt, Cocktails oder sonstiges süffiges schlürfen. Hier halten wir uns aber noch zurück, denn um 21.30 Uhr geht das Abendprogramm los. Wir besuchen Cabarets, Fakirshows, türkische Folkloreabende, Zaubershows, Miss und Mister Hemara Wahlen, Stripteaseshows oder gehen ins Kino. Sonntagabend ist Lifemusik und auch hier schwingen wir das Tanzbein. Auf der Bühne haben wir auch schon gestanden.
Am Abend werden wir aber nicht alt, spaetestens um Mitternacht ist Schluss für uns, denn schliesslich geht das ganze am naechsten Tag wieder von vorne los. Es ist schon eigenartig wie wir bei all der Aktion noch Zeit für Ausflüge, Strandspaziergaenge, Angeln, Gespraeche mit den Einheimischen und Sonnenbaeder auf der Liege finden. Irgendwie ist es uns auch schon gelungen im Pool und im Meer zu schwimmen, aber bei 14 - 16 Grad verschlingt dies die wenigste Zeit.
So geniessen wir unseren Aufenthalt, haben selten für so wenig Geld so üppig und spassig gelebt.

Heute am 27.3.2001 ist nun unser Türkeiurlaub beendet, wir sitzen im Flugzeug und schreiben was im März noch so los war.

Das Wetter war weiter schön, hoch bis 24 Grad, während in Deutschland teilweise Minusgrade waren mit Schneeverwehungen. Nur einen Regentag hatten wir, also auch hier weiter Glück.

So war dann Strandleben angesagt mit viel Boccia und Beachvolleyball. Letzteres hat uns sehr erfreut, da für eine Woche zwei Paare ankamen, die beide sehr gut spielen konnten. Waren auch ehemalige Bundesligaspieler bzw. Regionalliga. So war dann im Gegensatz zu sonst richtiges Beachvolleyball zwei gegen zwei angesagt. Viele Strandwanderer blieben stehen und genossen den seltenen Anblick von vernünftigen Volleyball.

Dann waren wir auch segeln, haben uns einen Katamaran ausgeliehen und ruckzuck waren wir km weit hinter Side. Schon ein etwas anderes Gefühl als Tretbootfahren.

Natürlich waren wir auch im Landesinneren um Land und Leute kennenzulernen und haben Ausflüge nach Alanya und Antalya unternommen. Einmal waren wir nach Alanya mit einer Reisegesellschaft, was allerdings den Nachteil hatte, dass wir durch den Besuch einer Schmuckfabrik zuwenig Zeit für die Stadt hatten. Wir sind dann nochmals auf eigene Faust mit den einheimischen Bussen nach Alanya gefahren und waren ziemlich erschreckt. Vor 15 Jahren war Alanya noch ein Dorf, nun ist alles zugebaut, Hotels bis in die dritte oder vierte Reihe, die vorn direkt an der stark befahrenen Schnellstrasse liegen. Das wäre absolut nichts für uns.

Lange, im Sommer von Touristen dicht besetzte Strände (davon einer nach Kleopatra benannt, die dort gebadet hat) erstrecken sich rechts und links der burggekrönten Landzunge, die sich weit ins Meer hinausreckt. Die Zitadelle mit einem herrlichen Blick auf das Mittelmeer, die grüne Küstenebene und die Berge im Hintergrund wurde im 13.Jahrhundert für einen Seldschuken Sultan gebaut. Die Stadt wurde zum Marinestützpunkt. Zum Schutz zog man starke Mauern von der Burg zum Hafen. An der restaurierten Werft errichtete man einen achteckigen Wehrturm, den roten Turm. Mauern, Turm und Zitadelle sind heute noch ziemlich intakt und werden weiter gepflegt, wie manches anderes in der hübschen Altstadt: Moscheen, ein gedeckter Basar und Reste einer mittelalterlichen Karawanserei. Am Fuss der felsigen Halbinsel öffnen sich mehrere Grotten und Höhlen, die man mit dem Boot erreicht. Unser Reiseleiter hatte ein türkisches Musikinstrumet dabei (SAS), dem er einige Töne zu unserer Freude entlockte.

Besucht haben wir dann noch eine Tropfsteinhöhle 324m lang mit schönen Stalagmiten und Stalaktiten. Stellt euch beim Besuch der DIM Höhle auf viel Laufleistung ein, die 324m gehen bergauf und bergab, aber es lohnt sich.

Ein weitere Ausflug führte uns nach Antalya, hier fuhren wir gleich mit den einheimischen Bussen. Der zentrale Busbahnhof ist in Manavgat. Das heisst bis dort muss man erst mit dem Dolmus fahren. Nachdem die türkische Lira freigegeben wurde war das Reisen für uns noch billiger. Im letzten Jahr gab es für eine DM ca. 260000 Lira jetzt ging das hoch bis 485000. Natürlich wurden auch die Preise sofort angehoben, nur die für die öffentlichen Verkehrsmittel noch nicht. Die FAZ Zeitung war im Hotel billiger als in Deutschland.

So waren wir dann an einem sommerlichen Tag in Antalya und sind, da gerade ein Feiertag war, in den Genuss von türkischer Folklore gekommen. Daneben wurde in den Strassen und Parks noch einiges mehr geboten.

Antalya selbst ist verglichen mit vielen anderen Städten an der türkischen Küste eine junge Ansiedlung. Die Römer machten Antalya zu einer bedeutenden Hafenstadt. Danach gaben Araber, Kreuzritter, Seidschuken und Osmanen ihre Gastspiele. In der ummauerten Altstadt, die den hübschen kleinen Hafen von drei Seiten umgibt erinnert vieles an Antalyas wechselvolle Geschichte. Zwischen weiten Stränden und der eindrucksvollen Kulisse mächtiger Gebirgsketten breitet sich eine wohlgefällige Mischung aus Großstadt und Ferienort aus, angenehm unterbrochen durch Parkanlagen, schattige Allen und palmengesäumte Kanäle. Vom Osten kommt man durch das Hadrianstor in die Altstadt. Das auffälligste Bauwerk ist Yivli Minare, ein 38 Meter hohes Minarett aus Ziegelsteinen, dessen Schaft wie ein Bündel Baumstämme aussieht.. Es ist mit blauen Kacheln verziert und stammt aus dem 13. Jahrhundert ebenso wie die benachbarte Moschee, die ursprünglich eine byzantinische Kirche war.

Auf dem Weg hinunter zum Hafen, wo Fischerboote neben teuren Luxusjachten liegen, kommt ihr an schönen Häusern mit typischen Erkern vorbei. Ansonsten ziemlich voll an solchen Tagen, viele Geschäfte, Restaurant was der Tourist so braucht.

Gegenüber dem Hadrianstor in einer Seitenstrasse haben wir auch ein Internetcafe gefunden, von dort habt ihr unsere Mail/SMS bekommen.

Dann noch einen Tip für Langzeiturlauber. Lasst eure Wäsche nicht im Hotel waschen, sondern fragt in den örtlichen Wäschereien nach, aber nicht nach Stück sondern nach Trommel. Das wird mindestens 70% günstiger. Auch bei allem anderen immer schön handeln, soll ja in Deutschland nun auch so werden.

So haben wir die 12 Wochen in der Türkei genossen, können wir nur empfehlen und freuen uns nun auf Spanien, wo wir am 30.5. nach Alicante/Calpe fliegen.

Abschließend grüßen wir Senta und Eddi, Karl, Klaus und Elfriede, Heiko, Sylvia, Andi, Susi, Anni, Alex, Susanne, Kalle, Otto, Lena und Christa sowie Max, Mario, Hakan, Ben und Bernado und wer uns sonst noch so kennengelernt hat. Wir sehen uns.